Dabei hatte er seinen 18. Geburtstag kaum erwarten können: An dem Tag ging er morgens erst einmal aufs Gewerbeamt, meldete ein Software-Unternehmen an. Damals schrieb er für seinen Segelflugverein unter anderem ein Programm für das Buchungssystem von Flugstunden.

Die Schule beendete er schließlich kurz vor dem Ende der elften Klasse vorzeitig. „Von den Lehrern bekam ich damals kaum Unterstützung – im Gegenteil, ich hatte das Gefühl, dass sie meinen Schritt in die Selbständigkeit ablehnten.“ Bereut habe er den Schritt nie, weil er endlich das machen konnte, was er wirklich wollte: selbstständig sein. Das ist der 26- Jährige auch heute noch – sein Abitur hat er nicht nachgeholt und auch eine Ausbildung gemacht. Nach dem ersten Fehlstart hat er einfach ein neues Software-Unternehmen gegründet – und will es dieses Mal besser machen, vorerst ohne Mitarbeiter.

„Mit Plan B in der Hinterhand kämpft man nicht hart genug für Plan A“

„Für eine junge Person muss Scheitern kein Nachteil sein, in der Regel hat es ja anders als für Gründer mit Familie keine großen finanziellen Konsequenzen“, sagt auch der Trierer Professor Block. „Wer schon als Schüler mal gründet, macht sich auch später eher wieder selbstständig.“

So wie Hendrik Loll: Inzwischen studiert er in Köln Gesundheitsökonomie – und hat mittlerweile weitere Firmen gegründet, darunter eine Altenpflegevermittlung und StudiMed, eine Vermittlungsagentur für Studienplätze in Human-, Zahn- oder Tiermedizin in Osteuropa. StudiMed hilft jungen Menschen, die in Deutschland keinen Studienplatz für Medizin bekommen haben, in Osteuropa zu studieren: bei der Wohnungssuche oder auch bei der Eröffnung eines Kontos. Den Rundum-Sorglos-Service lässt sich StudiMed mit einer Jahresstudiengebühr bezahlen – oft bis zu 10.000 Euro.

Finn Plotz weiß, dass er mit seinem Unternehmen eines Tages scheitern kann. „Das kann passieren, ganz klar“, sagt der 19-Jährige.  Er will es aber trotzdem probieren. Anders als seine Mitschüler wird er nach dem Abitur kein Studium und keine Ausbildung anfangen, sondern sich Vollzeit um seine eigene Firma kümmern. Durch das frische Kapital, das er vor kurzem eingesammelt hat, kann er sich nun die nächsten Produktionsschritte leisten: Prototyp im März, Marktstart im Herbst. Und wenn es nicht klappt? „Wenn man den Plan B schon in der Hinterhand hat“, sagt Plotz, „kämpft man nicht hart genug für Plan A.“