Dass der Bonus der Jugend nicht vor Neidern schützt, musste Hendrik Loll erleben. Er hatte schon mit 14 Jahren begonnen, sich unternehmerisch zu betätigen. Damals kaufte der Kölner Schüler großen Unternehmen Computerzubehör ab, das diese nicht mehr benötigten und verkaufte die Teile weiter – ohne eine Genehmigung zu haben. Ein Mitbewerber verpfiff ihn vor Gericht, Loll und seine Mutter bekamen eine Abmahnung wegen Verschleierung einer gewerblichen Tätigkeit, mussten 2500 Euro Strafe zahlen – die Kosten teilten sich Mutter und Sohn. „Fehler macht man gerade als junger Gründer sowieso, aber man kann sich Hilfe holen und sich ziemlich viel selbst beibringen“, sagt Loll.

Also meldete er seine Firma mit Genehmigung des Familiengerichts an – vor dem 18. Lebensjahr darf man nur mit dessen Zustimmung gründen. Er absolvierte zudem die „European Business Competence Licence”, eine Art Wirtschaftsführerschein, die deutschlandweit von zertifizierten Bildungsinstituten angeboten wird und Menschen ohne Ausbildung oder Studium betriebswirtschaftliche Kompetenzen bescheinigt. Parallel dazu brachte er sich unter anderem Gesellschaftsrecht, Lohnbuchhaltung und Bilanzierung bei. An der Volkshochschule besuchte er zusätzlich einen Kurs in Buchführung. Erster Lohn der Mühen: Mit gerade mal 17 Jahren wurde Loll 2008 von den Wirtschaftsjunioren Köln zum Existenzgründer des Jahres gekürt.

„Die ersten Aufträge wickelte ich von meinem Kinderzimmer aus ab“, erinnert sich der heute 23 Jahre alte Unternehmer. An seinem Unternehmen arbeitete Loll vor allem nach der Schule, manchmal aber auch in den Unterrichtspausen: Während seine Mitschüler sich beim Plausch auf dem Schulhof entspannten, beantwortete Loll Mails von Kunden oder telefonierte mit Geschäftspartnern – von der Toilette aus. „Handys“, erinnert sich Loll, „waren in der Schule ja verboten.“

„Man muss auch mal verzichten können“

Seine Noten waren weiter passabel, aber Freizeit wurde Loll bald zum Fremdwort. Wollte sich ein Freund mit ihm auf ein Eis treffen, musste Loll das schon mal zwei Wochen im Voraus planen – um am Tag vorher manchmal trotzdem wieder abzusagen. „Als Unternehmer muss man eben diszipliniert sein und auch mal verzichten können“, sagt Loll, damals Schüler, Freund und Unternehmer in einer Person.

Gründer Plotz setzt dagegen frühzeitig auf das Know-how Anderer: Hardware, Software und das Design seines Produkts entwickelt er gemeinsam mit Partnerunternehmen. Und einen Professor für Wirtschaftsinformatik an der SRH-Hochschule in Berlin, an dessen E-Mail-Adresse er über seine Eltern kam, behelligte er so lange, bis ihm dieser ein Treffen zugestand – und ihm nicht nur Feedback zur Multimediabox gab, sondern ihm später auch dabei half, seinen Businessplan aufzustellen.