Verlässliche Zahlen zu Deutschlands jüngsten Gründergeistern gibt es zwar noch kaum. Doch der Gründermonitor der Staatsbank KfW von 2014 zeigt, dass gerade junge Menschen überdurchschnittlich häufig ein eigenes Unternehmen aufbauen: 2012 machte die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen nach Angaben des Statistischen Bundesamts zwar weniger als acht Prozent der Bevölkerung aus, aber der Kfw zufolge 17,6 Prozent aller Gründer.

Teenager-Gründer wie Plotz, die nicht nur spielerisch unternehmerische Ideen auf dem Papier entwickeln, wie etwa in dem von der Bundesregierung geförderten Programm „Jugend gründet“. Sondern ins kalte Wasser springen. Ganz konkret und unermüdlich dafür ackern, dass ihre Idee real wird, ihr Produkt, ihre Dienstleistung Kunden begeistert und irgendwann einmal Gewinn abwirft. Know-how und Finanzkraft ihres privaten Netzwerks nutzen, um Kooperationspartner und die Gunst professioneller Geldgeber buhlen, um aus ihrer Kinderzimmeridee ein längerfristig tragfähiges Business zu machen.

Kein Büro, kein Briefkasten, kein fester Arbeitsplatz

Die juristischen und finanziellen Hürden zum Start des eigenen Unternehmens schon in so jungen Jahren zu überwinden, ist heute leichter denn je: „Schüler können Unternehmen gründen, ohne viel eigenes Geld zu investieren“, sagt Jörn Block, Professor für Unternehmertum an der Universität Trier. Denn für die Entwicklung einer App beispielsweise braucht es gewöhnlich kein Büro, keinen Briefkasten, keinen festen Arbeitsplatz, sondern nur einen Laptop, um loslegen zu können – zumindest in Teilzeit.

Doch sind die Firmen von Schülern überhaupt zukunftstauglich? „Aus den Schülergründungen wird in der Regel nicht gleich ein neues Google oder das nächste Facebook entstehen“, sagt Professor Block. Trotzdem dürfe man junge Gründer nicht unterschätzen: Gerade die Digital Natives – also die Generation, die mit Internet und Smartphone aufgewachsen ist – könnten sich in manche Themen schneller einarbeiten als ein Erwachsener. Und: „Es ist förderlich für den Unternehmergeist der junger Menschen“, sagt Block.

Dass auch Plotz‘ Multimediabox mehr als eine fixe Idee ist, zeigt ein Blick auf die Finanzierung des Unternehmens: 600 000 Euro konnte der 19-Jährige schon von Investoren einsammeln, 125 000 Euro davon kamen von der teils staatlich finanzierten Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Schleswig-Holstein, der Rest von privaten Geldgebern. Und im Beirat von Simplex sitzt unter anderem ein früherer Bang-und-Olufsen-Manager. In seiner Heimat Glückstadt wird Plotz in Cafés von Mitbürgern schon mal anerkennend als „Daniel Düsentrieb“ gegrüßt. „Ich glaube zu 110 Prozent an meine Idee“, sagt der Schüler.