Stilnest fertigt den Schmuck zwar wie 21Diamonds und Gemvara on demand, also nur auf Bestellung, an, doch setzt beim Design bewusst nicht auf das Baukasten-Prinzip. Stattdessen selektiert und kuratiert das Team seine Designer und vertraut auf eine professionelle Gestaltungslinie.

Neuartig arrangieren die Gründer hingegen die Produktionsabläufe: „Dank des 3-D-Drucks brechen wir Innovationslücken auf. Die Abläufe gehen bei uns vier- bis fünfmal schneller. Innerhalb von einer Woche können wir eine Kollektion herausbringen“, sagt Leitloff.

Nilam Farooqs eigene Schmuckkollektion: Gold schmieden per 3-D-Druck

Bei Julie & Grace dauert es laut Nötzel von der Idee bis zum fertigen Produkt rund zwei Wochen. Man könne aber innerhalb weniger Tage nachproduzieren. „Das heißt, wir fertigen immer nur die Produkte, die unsere Kunden nachfragen.“ So minimieren beide Schmuck-Anbieter ihr Warenrisiko, sparen Lagerkosten und reagieren flexibel auf Nachfrageänderungen.

Für die Hamburger ist ebenso wie für die Berliner Gründer der nächste Schritt klar: Internationalisierung. Julie & Grace sind dieses Jahr in England gestartet, peilen den französischen Markt an und wollen mit ihrem Standort auf Bali vom boomenden E-Commerce in Asien profitieren. „Ende 2014 sind wir in Indonesien gestartet. Das erste Jahr lief erfolgsversprechend, so dass wir nun mit Thailand, Malaysia, Vietnam und den Philippinen weitere Märkte in Südostasien erschließen wollen“, sagt Nötzel.

Ähnlich zuversichtlich ist Leitloff: „Auf Stilnest sind Kooperationen mit Designern weltweit möglich. Gleichzeitig können wir an vielen Orten produzieren.“ Die von den Berliner Designern gestaltete Datei kann über einen 3D-Drucker etwa in Hawai, Brasilien oder den USA gefertigt werden. „Wir wollen das Geschäft und die Plattform ausbauen und den Markt auch außerhalb von Deutschland weiter forcieren, etwa im europäischen Ausland oder in den USA“, sagt Leitloff. „Das Problem ist: Es gibt gerade so viele Möglichkeiten.“