„Wir haben im Prinzip kein Privatleben, auch beim Abendbrot reden wir dauernd über das Unternehmen“, sagt Martina Schad. Sie kümmert sich bei Oaklabs um den Vertrieb und die Auftragsabwicklung, ihr Partner Kallarackal um die Finanzen und die Entwicklung. „Wir brauchen wohl langfristig jemanden, der uns ein wenig Arbeit abnimmt.“ Dass die beiden trotz der hohen Belastung gut zusammenarbeiten, liege an ihren unterschiedlichen Charakteren, sagt Jim Kallarackal. „Jeder von uns hat ganz unterschiedliche Fähigkeiten und kann sich auf seine Aufgabe im Unternehmen konzentrieren – und sich im Gegenzug auf den anderen verlassen.“

Wenn die Liebe endet, muss das Geschäft neu geordnet werden

So harmonisch läuft es jedoch nicht bei allen Unternehmerpaaren: Wenn der Haus- und Bürosegen schief hängt, kann der Besuch eines Paartherapeuten wie Olaf Schwantes helfen. Er unterstützt Unternehmerpärchen, die beruflich und privat ständig in Streit geraten. „Da ist meist etwas in Ungleichgewicht geraten“, sagt Schwantes. „Das Liebespaar wird häufig für die Geschäftsbeziehung geopfert.“ Oft lassen sich solche Probleme durch Gespräche und feste Absprachen regeln, doch in einigen Fällen stößt auch Schwantes an seine Grenzen. „Wenn nichts mehr zu retten ist, muss ich fragen: Wollt ihr euch immer weiter die Köpfe einhauen, oder suchen wir nach einer vernünftigen Lösung für das Problem?“ Denn wenn die Liebe endet, muss auch die Geschäftsbeziehung neu geordnet werden.

Wie das funktionieren kann, zeigte das Unternehmerpaar Benedikt und Angelika Taschen: Gemeinsam haben sie seit Mitte der Achtziger Jahre den Taschen Verlag für Kunstbücher aufgebaut, Mitte der Neunziger heirateten sie. 2004 ließen sich die wieder scheiden – und arbeiteten trotzdem noch über fünf Jahre im Verlag zusammen. „Das ist aber nur möglich, wenn auch der Wille zur Kommunikation und zur Problemlösung da ist“, sagt Olaf Schwantes. Und wenn es hart auf hart kommt, folgt dem Gang zum Paartherapeuten der Weg zum Scheidungsanwalt.

Denn wenn der Fall der Trennung im Vorfeld nicht genau geregelt ist, beginnt oft das Zerren um die gemeinsame Firma – und zunächst vernachlässigte Fragen werden plötzlich wichtig: Wenn zum Beispiel nur einer der Ehepartner Inhaber der Firma ist, muss dieser im Scheidungsfall eine hohe Ausgleichszahlung an den anderen leisten. Ist dann kein freies Firmenkapital vorhanden, gerät das gemeinsame Unternehmen in Gefahr. Deswegen empfiehlt die Rechtsanwältin und Notarin Eva-Maria Backmeister einen Ehe- oder Partnerschaftsvertrag aufzusetzen, der den Trennungsfall regelt: „Sie würden sich ja auch nicht in ein Auto ohne Airbag setzen.“

An eine Trennung oder gar Aufteilung des Unternehmens verschwenden die Gründer Sarah Seeliger und Julius Bertram von Librileo aber keine Gedanken. „Wir kennen einander sehr gut“, sagt Bertram. „Und das ist eine Verbindung auf Vertrauensbasis.“