Das Münchener Start-up verwaltet bereits mehr als 1,5 Milliarden Euro. Die bestehenden Investoren, darunter Finanzgigant Blackrock, stützen den Wachstumskurs jetzt.

Viel los im „Anlageuniversum“: In bis zu 12.500 einzelne Werte investiert das Fintech Scalable Capital das Vermögen seiner Kunden – genutzt werden dafür sogenannte ETFs. Die Auswahl und Gewichtung des jeweiligen Portfolios erfolgt dabei automatisiert, nachdem die Kunden in einem Fragebogen mehr über ihr Kapitalmarktwissen und ihre Risikobereitschaft Auskunft gegeben haben.

Die bestehenden Investoren glauben an den Algorithmus und die Ideen der Münchener. 25 Millionen Euro stellen sie im Rahmen einer neuen Finanzierungsrunde nun zur Verfügung – insgesamt stecken damit 66 Millionen Euro Risikokapital in Scalable Capital. Das Geld stammt vom amerikanischen Finanzinvestor Blackrock sowie den Risikokapitalgebern HV Holtzbrinck Ventures und Tengelmann Ventures. „Wir beobachten eine anhaltend starke Nachfrage unserer Kunden nach technologiebasierten Investmentlösungen“, sagt Blackrock-Produktchef Patrick Olson.

Das zeigt sich auch in den Zahlen von Scalable Capital: Mehr als 50.000 Portfolios verwaltet das 2014 gegründete Start-up bereits, insgesamt werden mehr als 1,5 Milliarden Euro Kapital verwaltet. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass das Fintech überwiegend von besser verdienenden Kunden genutzt wird. Im Schnitt verwaltet das Start-up nach eigenen Angaben etwa 35.000 Euro pro Kunde. Mindestens müssen Anleger 10.000 Euro mitbringen. Mit einem ähnlichen Konzept, aber einer noch solventeren Zielgruppe ist etwa das Fintech Liqid unterwegs.

Die Masse macht’s bei den Fintechs

Im letzten öffentlich zugänglichen Scalable-Capital-Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2017 zeigt sich jedoch auch, wie gering die Margen in dem Geschäft sind. Bei damals mehr als 20.000 Kunden und 600 Millionen Euro verwalteten Vermögen sei der „prognostizierte Provisionsertrag im oberen sechsstelligen Bereich übertroffen“ worden, heißt es in dem Dokument.

Daneben verdient das Start-up Geld über eine Gebühr von aktuell 0,75 Prozent vom angelegten Vermögen pro Jahr. Ein kleiner Teil davon fließt  an die Baader Bank, die für den Wertpapierhandel verantwortlich ist. Entscheidend für den Erfolg wird daher zum einen sein, ob und wie lange der rasante Wachstumskurs beibehalten werden kann: Kapital und Kunden legten in den vergangenen 18 Monaten um den Faktor 2,5 zu.

Zudem steigert Scalable Capital nach eigenen Angaben das Geschäft mit anderen Banken. Denen stellt das Start-up die technische Infrastruktur für eine digitale Vermögensverwaltung zur Verfügung. So eine Doppelstrategie fahren einige Fintechs: Die Akquise von Direktkunden ist teuer und aufwändig – gleichzeitig wollen viele traditionelle Banken ihre Angebote ausbauen. Partner von Scalable Capital sind unter anderem die ING Deutschland, die Targobank oder ein Online-Finanzplatz für Siemens-Mitarbeiter.