Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründerinnen von Sauberkasten, Jeanette Schmidt und Henriette Grewling, an. Sie entwickeln einen Setzkasten für biologisch abbaubare Reinigungsmittel. Wie urteilt Investor Peter Hornik?

Henriette, Jeanette, ihr habt eine Minute im Fahrstuhl mit einem möglichen Geldgeber. Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir haben ein Set entwickelt, mit dem jeder sein Reinigungsmittel aus nachhaltigen Zutaten selbst  herstellen kann. Diese sind komplett biologisch abbaubar und gut verträglich für die Gesundheit. Die  Zutaten sind beispielsweise Natron, Soda, Kernseife und ätherische Öle. Eine Anleitung, wie man diese richtig miteinander vermischt, liefern wir mit, weil viele Leute heutzutage nicht mehr wissen, wie das  funktioniert. Und diese Herstellung macht auch noch Spaß.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Jeanette hat Design studiert. In ihrer Bachelor-Arbeit ist sie der Frage nachgegangen, wie man den Alltag nachhaltiger machen kann. Da ist ihr aufgefallen, dass es bei Reinigungsmitteln Nachholbedarf  gab.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Wir verkaufen unsere Sets und die Zutaten zum Nachfüllen über unseren eigenen Onlineshop und über Einzelhändler, beispielsweise Läden, die unverpackte Waren verkaufen.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …Die ist menschlich. Wir machen schließlich Produkte für Menschen, wie wir es selbst sind.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Neben uns zwei Gründerinnen haben wir noch einen männlichen Angestellten und einen Mann und eine Frau, die uns stundenweise aushelfen.

Was war euer größter Rückschlag?
Als unsere Lieferanten nicht liefern konnten. Das ist bereits zweimal passiert. Da mussten wir unseren Kunden später fehlende Zutaten nachschicken.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann sind wir ein deutlich größeres Team als heute und bieten weitere Do-it-yourself-Sets für die Körperpflege und zum Wäschewaschen. Weitere Geschäftsfelder könnten bis dahin im Bereich Haustier und Garten entstehen – hier gibt es viele Möglichkeiten.

Fakten zum Start-up

Kunden: Pro Jahr 20 000 Bestellungen
Finanzierung: Anfangs Crowdfunding, inzwischen aus dem laufenden Geschäft
Gründung: 2017 in Leipzig
Mitarbeiter: 5

Würde der Profi investieren?

Idee: 4/5
Geschäftsmodell: 2/5
Timing: 4/5

Urteil: „Sauberkasten trifft den Zeitgeist und wird eine wachsende Fangemeinde begeistern. Es ist aber wichtig, eine breitere Kundenbasis zu gewinnen. Das kann ein   kleines, feines Unternehmen werden.“
Peter Hornik, Gründer und Chef des Düsseldorfer Start-up-Inkubators 1st Mover

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