Zehn Millionen Euro steckt der Softwarekonzern in das im firmeneigenen Inkubator entstandene Start-up. Das bewegt sich auf einem wachsenden Markt.

Tools für die Teamarbeit sind begehrt: Konzerne wollen damit die Zusammenarbeit in Abteilungen und über Standorte hinweg. Innerhalb des Softwarekonzerns SAP entstand 2016 mit Ruum eine eigene Lösung, die an die umfangreichen Datenbanken des Unternehmens andockt. Jetzt soll Ruum weiter wachsen: Das interne Start-up erhält weitere zehn Millionen Euro, wie SAP heute mitteilte.

Damit könnte sich die Unternehmung weiter vom Mutterkonzern wegbewegen: Ruum soll sich zunehmend auch Kunden in Kleinunternehmen und dem Mittelstand erschließen – und das weltweit. In den vergangenen Jahren konnte das Start-up bereits stark wachsen, dank der engen Anbindung an SAP nach eigenen Angaben „nahezu ohne Marketingausgaben“. 20.000 Nutzer in 2000 Unternehmen hätten die Software bereits im Einsatz, heißt es in einer Pressemitteilung.

Balance zwischen internen und externen Ideen

Entwickelt worden war die Idee im konzerneigenen Inkubator: „Ruum ist die großartige Idee einer Gruppe von Mitarbeitern, die selbst mangelhafte Zusammenarbeit erfahren haben“, beschreibt SAP-Chief Innovation Officer Max Wessel die Entstehungsgeschichte. Mittlerweile arbeiten 20 Mitarbeiter an dem Produkt – nicht in der Zentrale in Walldorf, sondern in Berlin.

Auf solche Erfolgsgeschichten hoffen auch andere Großkonzerne. In Inkubatoren werkeln Angestellte oder externe Gründer an Ideen, die das etablierte Geschäftsmodell weiterbringen sollen. Die großen Unternehmen können in der Regel ausreichend Ressourcen bereitstellen. Die genaue Strategie zu finden, ist jedoch nicht immer einfach.

Mehrere Unternehmen überarbeiteten daher auch immer wieder ihr Vorgehen. Viessmann startete im vergangenen Jahr ein spitz zugeschnittenes Programm für Deeptech-Projekte. Der Medienkonzern Sky und Versicherer Allianz schwenkten beispielsweise von einer Entwicklung eigener Start-ups zu einem Investitions-Schwerpunkt um. Der Telefónica-Ableger Wayra öffnete sein Programm 2018 sogar für andere Konzerne auf der Suche nach Innovationen.