Die Liste lässt sich weiter fortführen: Die Global Fashion Group erreicht nach neun Monaten schon fast die Gesamtverluste aus 2014, ähnlich sieht es bei den Zalando-Klonen Dafiti, Lamoda und Zalora aus. Das Minus des Modeportals Jabong liegt zwar noch unter dem des Gesamtjahrs 2014, hat seine Verluste aber im Vergleich zu den ersten neun Monaten des Vorjahres ebenfalls ausgebaut.

Der Amazon-Klon Jumia verzeichnet schon jetzt ein 36 Prozent größeres Minus als in ganz 2014, die Marktplätze Lazada und Linio haben im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ebenfalls noch mehr Verluste angehäuft. Auch die Möbelportale Home24 und Westwing machten mehr Miese in den ersten neun Monaten 2015 im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2014.

Ein Positiv-Beispiel aus Nahost

Waren die Gewinn-Versprechen von Rocket Internet also nur heiße Luft? Mit Sicherheit lässt sich darauf noch keine Antwort geben. Der Inkubator hat seine neun Ziele erst im Oktober angekündigt, sprich nach Ende des dritten Quartals. Selbst wenn der Inkubator damals schon Einfluss genommen und die Start-ups zur Profitabilität ermahnt haben sollte, so dürften die Effekte frühestens im vierten Quartal, eher im ersten Halbjahr 2016 zu sehen sein.

Dass es durchaus auch ohne steigende Verluste gehen kann, beweist der Zalando-Klon in Nahost, Namshi. Es ist das einzige Start-up, das seinen Umsatz steigern konnte – er liegt schon jetzt fast doppelt so hoch wie im Gesamtjahr 2014 – und gleichzeitig seine Verluste reduzieren konnte. Verzeichnete Namshi zwischen Januar und September vergangenen Jahres ein Minus von drei Millionen Euro, so sind es nun nur noch knapp 1,9 Millionen Euro. Ein Beispiel, das sich Rockets andere „Proven Winners“ gut angucken sollte.