Wie schon bei den Quartalszahlen im Juli machte Rocket Internet auch bei den Halbjahreszahlen keine Angaben zu den Verlusten seines „Einhorns“ Delivery Hero, das derzeit mit 3,1 Milliarden US-Dollar bewertet wird. Immerhin gewährte Rocket Internet einen Einblick in den Umsatz: Der ist im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2014 um 154 Prozent gestiegen und liegt nun bei 85 Millionen Euro. Damit hat Delivery Hero schon fast das Niveau des kompletten Vorjahres (88 Millionen Euro) erreicht.

Das Vorzeige-Start-up Hellofresh, das als nächster Börsenkandidat von Rocket gilt, verachtfachte seinen Verlust von 2,5 auf 20,3 Millionen Euro. In Prozentzahlen ausgedrückt, kommt der Kochbox-Lieferant auf ein Minus von mehr als 700 Prozent. Wie die meisten Start-ups des Berliner Inkubators konnte Hellofresh aber auch Positives vermelden: Der Umsatz stieg um mehr als 400 Prozent auf knapp 113 Millionen Euro. Interessant: Als Rocket seine Zahlen für das erste Quartal 2015 präsentierte, hatte die Start-up-Schmiede zu den Verlusten von Hellofresh keine Angaben gemacht.

1000 Prozent Umsatzplus für Foodpanda

Der Bestelldienst Foodpanda konnte zwar ein deutliches Umsatzplus von 1000 Prozent verbuchen. Allerdings lagen die Zahlen auf einem niedrigen Niveau: Im ersten Halbjahr 2014 hatte das Start-up gerade einmal 1,2 Millionen Euro umgesetzt, in den ersten sechs Monaten diesen Jahres waren es 13,4 Millionen Euro. Zudem verschlechterte sich das EBITDA um gut 400 Prozent auf 46 Millionen Euro.

Ähnlich sieht das Muster bei der Global Fashion Group aus. Insgesamt kam sie auf einen Umsatz von 418 Millionen Euro, ein Plus von 63 Prozent. Die Verluste nahmen jedoch ebenfalls zu: von 104 auf 151 Millionen Euro. Bei den Zalando-Klonen Dafiti, Jabong und Zalora zeichnete sich dieser Trend ebenfalls ab. Wie eingangs erwähnt, konnten einzig Namshi und Lamoda ihre Verluste verringern und den Umsatz gleichzeitig steigern.