Eine der erfolgreichsten Gesundheits-Apps in den USA kommt von einem Berliner Start-up: Clue ist eine in elf Sprachen verfügbare App, mit deren Hilfe Frauen ihren Zyklus beobachten können. Mehr als vier Millionen Nutzerinnen haben die Anwendung heruntergeladen, über die sie anonym Angaben zu ihrer Menstruation, zu Schmerzen oder ihrer Stimmung machen können. Auch in Entwicklungsländern ermögliche die App Frauen, ihre Familienplanung besser zu steuern, erklärte Mitgründerin Ida Tin. „Schließlich haben mehr Frauen Zugang zu Smartphones als zu Beratungsstellen“. Sie betonte aber auch, dass die App auf Unregelmäßigkeiten aufmerksam machen – aber keinen Arztbesuch ersetzen könne.

Dass technische Innovationen wie 3D-Druck neue Möglichkeiten im Gesundheits-Bereich bringen, zeigte derweil Paralympics-Radsportlerin Denise Schindler. Die 30-Jährige, deren Unterschenkel amputiert werden musste, entwickelt gemeinsam mit ihrem Sponsor eine 3D-Prothese.

Immer wieder wurde auf der Konferenz aber auch betont, dass das Netz gesundheitsgefährdend sein kann. Eine Veranstaltung gab es zum Thema Internet und Depression. In einer anderen Session ging es um den Umgang mit digitalen Stress. „Die Intervalle, in denen wir Nachrichten und likes checken, werden immer kürzer“, sagte Autor Jan Lenarz. „Wir sind süchtig nach Benachrichtigungen und haben verlernt, auf unserer Emotionen zu hören.“ Schließlich würden Glückshormone freigesetzt, wenn neue Nachrichten auf den Smartphone aufleuchteten.

„Wir müsse lernen, unseren Social-Media-Konsum wieder zu genießen“, ergänzte die junge Unternehmerin Milena Glimbovski. Bewusste Online-Zeiten seien ein ersten Schritt. „Meine Lieblings-App ist die Facebook Nanny, die mich erinnert, wenn ich zu lange auf Facebook unterwegs bin.“ Zudem gebe es viele digitale Anwendungen, mit deren Hilfe man Achtsamkeit und Meditation praktizieren und seine Achtsamkeit schulen könnte.