Luft nach oben für die Fin-Tech-Branche erkennt das Bundesfinanzministerium. Das Marktvolumen dürfte von zuletzt mehr als 2 Milliarden auf 58 Milliarden Euro bis 2020 steigen, heißt es in einer Studie. „Der Fin-Tech-Markt in Deutschland weist ein hohes Wachstums- und Entwicklungspotenzial auf“, heißt es. Manche Experten zweifeln indes an solch einem rasanten Zuwachs.

Immerhin holt Deutschland auf. In Europa liegt die Bundesrepublik nach Großbritannien auf Platz zwei. Und waren die globalen Fin-Tech-Investitionen zuletzt rückläufig, erlebte die Bundesrepublik eine Sonderkonjunktur. In deutsche Finanzfirmen floss mehr Geld als in britische, wie eine Analyse der Beratungsfirma KPMG zeigt: „Deutschland zeigt eine starke Leistung.“ Die Unsicherheit nach dem Brexit-Votum helfe, Start-ups aus London anzulocken.

Wachstumsfirmen Zugang zum Aktienmarkt erleichtern

Zusätzlichen Schub soll ein Projekt der Deutschen Börse bringen. Sie will Wachstumsfirmen den Zugang zum Aktienmarkt erleichtern und Firmen und Investoren zusammen bringen. Im Frühjahr 2017 führt der Konzern dazu ein neues Segment ein. „Der Kapitalbedarf von kleinen und mittelständischen Unternehmen ist deutlich gestiegen“, sagt Kengeter. Er erhofft sich mehr Börsengänge in Frankfurt.

Doch die Konkurrenz bringt sich ebenfalls in Position. In München konzentrieren sich Fin-Techs auf Dienstleistungen für Versicherungen und Immobilien, in Hamburg auf Zahlungen und Abrechnungen. In Frankfurt ist noch viel Gegenwehr gefragt.