Im Jahr 2010 gründete der aus Somaliland stammende Ismail Ahmed das Unternehmen WorldRemit. Mittlerweile beschäftigt WorldRemit 338 Mitarbeiter und ist rund 500 Millionen Dollar wert, nachdem Investoren wie TCV, Accel und Project A eingestiegen sind. Nutzer können in der App zwischen 140 Ländern auswählen – und die gewünschte Summe auf ausländische Banken oder Telefone überweisen, um sie als Handyguthaben oder „Mobile Money” zu nutzen. In Ländern wie Kenia gehört es längst zum Alltag, eine Vielzahl an Einkäufen und Dienstleistungen über Mobile Payments zu begleichen.

Seit 2012 können auch Nutzer in Deutschland mit der App Geld versenden. Allein im März dieses Jahres seien es 20 000 Transaktionen gewesen, sagt Catherine Wines, die bei WorldRemit die regionale Expansion verantwortet. „Wir wollten diese Chance nicht verpassen”, sagt die 60-Jährige und verweist darauf, wie stark Deutschland bereits von Einwanderern geprägt sei.

Das Geschäft mit den Überweisungen in die  Heimat lohnt sich – weil oft vergleichsweise kleine Summen versandt werden, aber dafür hohe Gebühren anfallen. „Manchmal sind es nur 100, manchmal 200 Euro, die ich sende“, berichtet die kenianische Nutzerin Osewe über die Summen, die sie etwa einmal im Monat überweist. Wer 200 Euro übersendet, müsse 4.99 Euro Gebühren bezahlen, rechnet WorldRemit vor – und zieht den Vergleich zu den herkömmlichen Konkurrenten, die mehr verlangen würden.

Trotzdem finden sich auch unter Osewes Bekannten viele, die nicht auf den Online-Dienst des Startups umgestiegen sind. „Das liegt auch an der Umgebung“, beschreibt Mitgründerin Wines den deutschen Markt. „Die Leute sind immer noch zurückhaltend, was das digitale Bezahlen angeht“.

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