Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von Remetal, Maximilian Wagner und Florian Kriependorf, an. Ihr Start-up recycelt Metallschrott von Privatpersonen und Handwerksbetrieben. Wie urteilt Investor Lars Hinrichs?

Eine halbe Minute mit Investor Lars Hinrichs im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir sind besessen von der Idee des Recyclings und dem sogenannten Urban Mining. Privatleute und Handwerksbetriebe, die Metallschrott haben, melden sich bei uns via Internet an. Wir kommen dann binnen 48 Stunden vorbei, analysieren mit dem Spektrometer, was es für Metalle sind, und zahlen den Kunden den fairen Wert. Anschließend verkaufen wir das Material an Recyclingspezialisten etwa für Zinn und Eisen weiter. Auch beraten wir unsere Kunden, wie sie das Metall aufbereiten und trennen können. So verdoppelt sich der Wert eines alten Stromkabels allein dadurch, dass der Kunde die Stecker abschneidet.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Wir kommen beide aus der Stahlbranche und kennen den Wert von Altmetall. Als Florian dann sein Haus renoviert und alte Heizkörper auf die Straße geräumt hat, umkreisten Schrottsammler mit ihren Lieferwagen die Baustelle. Die wollten aber nichts zahlen. Und für den Wertstoffhof hätte er sogar bezahlen sollen, um sie loszuwerden.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Wir nehmen eine Marge, wenn wir das Metall an- und dann an die Recycler weiterverkaufen.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …Die ist bei uns kundenfixiert und energiegeladen, auch schätzen wir unsere Mitarbeiter.

Wie sieht es mit der Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir haben inzwischen Mitarbeiter aus 27 Nationen im Team. Viele haben wir aus der Arbeitslosigkeit geholt, und wir beschäftigen mehrere Flüchtlinge aus Syrien.

Was war euer größter Rückschlag?
Ursprünglich hatten wir die Idee, nur als Vermittlungsplattform zu agieren. Das hat nicht funktioniert. Wir mussten da mehr Service bieten.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann haben wir Europa abgedeckt und sind auch in Amerika und Asien aktiv.

Fakten zum Start-up

Kunden: Jeden Monat etwa 500, bisher vor allem im Ruhrgebiet und Rheinland.
Finanzierung: Investment vom Handel
Gründung: 2017 in Essen
Mitarbeiter: 45

Würde der Profi investieren?

Idee: 3/5
Geschäftsmodell: 2/5
Timing: 3/5

Urteil: „Ein Hauptbestandteil des Angebots ist der Abholservice. Ob das reicht, um den Schrotthandel für Privatleute völlig neu aufzusetzen? Da bin ich noch ein wenig skeptisch.“
Lars Hinrichs, Gründer des Karrierenetzwerkes Xing und Chef des Private-Equity-Fonds Cinco Capital

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