Während eines Kongresses an ihrer Hochschule lernten er und Jonas Leve eines Tages Paul J. Kohtes kennen, der sich erst als Gründer der Werbeagentur Ketchum Pleon und später als Zen-Lehrer und Führungskräfte-Berater einen Namen gemacht hat. Sein großes Thema: Achtsamkeit in der Wirtschaft. „Darüber hatte er bereits erfolgreich Bücher geschrieben“, sagt Jonas Leve, „und wir fanden, dass es nun auch Zeit für eine App war – schließlich läuft für die meisten Menschen heute alles über ihr Smartphone.“ Aus der Begegnung wird eine Geschäftspartnerschaft. Paul Kohtes gefällt die Idee der Studenten, er finanziert das Start-up, versorgt sie mit Informationen und Inhalten und nur ein knappes Jahr später kommt 7Mind auf den Markt. In acht Wochen können sie bereits 24.000 Downloads verbuchen. „Der steigende Termin- und Leistungsdruck und die Zunahme stressbedingter Krankheiten sind die Herausforderung der Zukunft“, sagen die beiden Gründer.

Entschleunigen statt pushen

Die Ironie an der Geschichte ist ihnen derweil sehr wohl bewusst: Das Smartphone, das unseren Alltag schnelllebiger und stressiger gemacht hat als Heilsbringer? „Natürlich gibt es auch Skeptiker“, sagt Manuel Ronnefeldt, „Menschen, die sagen, dass Handy und Meditation zwei unvereinbare Pole sind.“ Doch von diesem Einwand lassen sich die beiden nicht aufhalten. „Das Smartphone gehört heute einfach dazu, es lässt sich wohl nicht mehr aus unseren Leben verbannen –warum soll man es dann nicht auch dazu nutzen, sich im Alltag eine kurze Pause zu gönnen, Ruhe zu tanken und abzuschalten?“