Ebenfalls Reisen zu günstigen Preisen verspricht die Seite Alcandia – wenn auch über einen etwas anderen Ansatz: Kunden, die ihre bereits gebuchte Reise wieder stornieren müssen, können diese auf dem Portal weiterverkaufen. Denn nach deutschem Recht haben Kunden die Möglichkeit, ihre bereits gebuchte Reise gegen „angemessene Gebühr“ auf eine andere Person zu übertragen. Der Reiz für den Verkäufer: Er geht nicht komplett leer aus, sondern erhält immerhin einen Teil seiner entstandenen Kosten zurück. Der Käufer dagegen hat die Chance, eine Reise zu ergattern, die im Durchschnitt 30 Prozent günstiger ist als der ursprüngliche Preis. Dafür muss er allerdings in Kauf nehmen, dass Reiseziel, -datum und auch der Abflughafen bereits feststehen. Auch bei diesem Geschäftsmodell erhält das Portal eine Provision für die Abwicklung – etwa 15 bis 20 Prozent, je nach Aufwand.

Die Idee zu dieser Art Zweitmarkt für Storno-Reisen kam den beiden Gründern Sebastian May und Sergej Zwezich während ihres gemeinsamen Studiums, als sie mehrmals persönlich in die missliche Lage gerieten, ihre bereits gebuchte Reise stornieren zu müssen. „Die Veranstalter verdienen sehr viel Geld mit stornierten Reisen“, sagt May. Denn sie können die Leistung dann einfach weiterverkaufen – und kassieren doppelt. „Der Kunde ist immer der Leidtragende.“ Online ist die Seite erst seit vier Wochen, eine Handvoll Reisen haben die beiden bislang verkauft.

Hauptzielgruppe der verschiedenen Portale sind Reisende, die über ein geringes Budget verfügen und die vor allem keinen konkreten Vorstellungen von ihrem Reiseziel oder –zeitraum haben. Flexibilität zahlt sich in diesem Fall aus. Urlaubsguru-Chef Krahn hat beobachtet, dass sich das Reiseverhalten in den vergangenen Jahren gewandelt hat: Gerade junge Leute verreisen nicht mehr nur ein- bis zweimal im Jahr, sondern unternehmen beispielsweise deutlich häufiger spontane Städtetrips. Für das lange Wochenende heißt es dann „Paris statt Disko“.

Sehr günstig sind derzeit laut Krahn Angebote für die Türkei und Ägypten. Dorthin werden aufgrund der aktuellen politischen Situation allerdings kaum Reisen vermittelt. Mallorca sei dagegen deutlich teurer geworden. Krahns Tipp für einen günstigen Urlaub im Moment: Griechenland.