Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche tritt heute der Gründer von Reactive Robotics, Alexander König, an. Sein Start-up baut ein Exoskelett zur Rehabilitationshilfe. Wie urteilt Investorin Gesa Miczaika?

Alexander, du hast eine Minute im Fahrstuhl mit einem möglichen Geldgeber. Wie lautet dein Elevator Pitch?
Unsere Assistenzroboter helfen, Patienten auf der Intensivstation zu therapieren. Dabei handelt es sich um ein Exoskelett. Das lässt sich ans Bett docken, in dem etwa ein künstlich beatmeter Patient nach einem Schlaganfall liegt. Der Roboter wird von einer Pflegkraft an den Beinen des Patienten angebracht, richtet ihn auf und sorgt dafür, dass er typische Laufbewegungen machen kann. Das funktioniert ab Tag eins nach einem Schlaganfall. Bisher erhalten Patienten wegen des Pflegekraftmangels nur wenig Therapie. Dabei fördert Bewegung Kreislauf und Atmung, verhindert den Abbau von Muskeln und Knochen. Das beschleunigt die Heilung im Schnitt um 20 Prozent.

Wie bist du auf die Idee gekommen?
Ich hatte an der ETH Zürich und in Harvard an Assistenzrobotern für die Spättherapie geforscht. Als ich einen Fachartikel gelesen habe, in dem stand, dass so etwas auch für die Frühtherapie hilfreich wäre, habe ich nach Gründen gesucht, warum das nicht machbar sein soll. Ich habe keine gefunden.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Wir verkaufen oder vermieten die Roboter an Krankenhäuser. Außerdem verkaufen wir das notwendige Hygienezubehör für die Maschinen.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …
….a)! Perfektionistisch! Wir helfen schwerstkranken Menschen. Da darf es keine Fehler geben.

Wie sieht es mit Vielfalt im Unternehmen aus?
Wir haben acht Nationen im Team und einen Frauenanteil von 30 Prozent.

Was war euer größter Rückschlag?
Es gab viele kleine. Wer ein Medizingerät entwickelt, zulässt und auf den Markt bringt, landet immer wieder in Sackgassen. Das gehört dazu.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann ist die Technik Standard in der Medizin. Und wir können die Therapie personalisieren, ohne unsere hohen Datenschutzstandards zu senken.

Fakten zum Start-up

Kunden: 5 Kliniken, 15 Kliniken auf der Warteliste
Finanzierung: Wagniskapital
Gründung: 2015 in München
Mitarbeiter: 25

Würde der Profi investieren?

Idee: 5/5
Geschäftsmodell: 4/5
Timing: 5/5
Urteil: „Wenn die Effektivität der Assistenzroboter bewiesen ist, kann ich mir gut vorstellen, dass Reactive Robotics sehr erfolgreich wird. Ich drücke Alexander dafür die Daumen!“
Gesa Miczaika, war die erste Mitarbeiterin beim Limousinen-Unternehmen Blacklane. Heute leitet sie mit zwei Partnerinnen den Start-up-Investor Auxxo.

Ihr seid ein erfolgreiches Start-up?
Bewerbt euch über innovation@wiwo.de