Das Medizintechnik-Start-up spezialisiert sich auf die Entfernung von Blutgerinnseln. Ein Millionenbetrag soll nun beim Start in den USA helfen.

Mit neuer Technik zur Behandlung von Schlaganfall-Patienten will Rapid Medical mit Sitz im israelischen Tech-Zentrum Yokneam und Frankfurt nun auch in die USA expandieren. Dafür stellen Investoren im Rahmen einer Serie-C-Finanzierungsrunde umgerechnet knapp 18 Millionen Euro zur Verfügung, wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht. Ziel sei es, bereits vor der Zulassung in den USA eine Handelspräsenz aufzubauen und eine im vergangenen Frühjahr angestoßene Studie zum Abschluss zu bringen. Um in Europa zu wachsen, will Rapid Medical zudem verstärkt in Vertrieb und Marketing investieren.

Das Medizintechnikunternehmen arbeitet an einer Lösung, um Blutgerinnsel aus dem Gehirn zu entfernen. Dafür hat das israelische Start-up eine Art Metallkäfig im Miniaturformat entwickelt, mit dem sich die Gerinnsel einfangen und anschließend durch eine Spritze absaugen lassen.

Investoren sehen in der Entwicklung mit dem Markennamen Tigertriever medizinischen Fortschritt: „Die innovativen Techniken von Rapid Medical werden die Schlaganfallbehandlung signifikant verbessern“, lässt sich John McCallum, Managing Partner bei Lead-Investor JAM Capital Partners, laut Presseinformation zitieren. Nach Ansicht von Rapid-Medical-Geschäftsführer und Mitgründer Ronen Eckhouse deckt die junge Firma medizinischen Bedarf.

Ein Knotenpunkt für das Europa-Geschäft

Damit gelingt es dem Start-up, einen internationalen Investorenkreis zu versammeln: Zweiter Hauptinvestor ist der chinesische Medizingerätehersteller Micro Port, der die Vermarktungsrechte für China erhält. Auch in Deutschland, Österreich und den Benelux-Staaten ist Rapid Medical bereits aktiv, Aufträge aus der Region bearbeitet ein kleines Team vom Frankfurter Standort aus.

Auch in München, Freiburg und Berlin waren Start-ups aus der Medizin- und Gesundheitsbranche zuletzt erfolgreich auf Investorensuche: So erhielt Mecuris, 3D-Druck-Spezialist für Orthesen und Prothesen, im Januar 3,6 Millionen Euro. An SpinDiag, Entwickler von Schnelltests auf Antibiotika-resistente Keime, flossen im Dezember drei Millionen Euro. Außerdem konnte sich Aicura Medical mit einer Plattform für Krankenhaus-Apps im vergangenen Herbst 500.000 Euro sichern.