Das Zinsportal hat seit der Gründung knapp 200 Millionen Euro bei Investoren eingesammelt – und will nun in den USA Fuß fassen.

Ritterschlag für Raisin: Mit Goldman Sachs steigt eine der renommiertesten Investmentbanken bei dem Berliner Fintech ein, das in Deutschland unter dem Markennamen „Weltsparen“ bekannt ist. Wie die Unternehmen heute bekanntgaben, investiert die Bank über ihre Sparte Goldman Sachs Principal Strategic Investments 25 Millionen Euro in das Start-up. Das sei „eine enorme Bestätigung“ für das eigene Geschäftsmodell und Team, kommentiert Raisin-Mitgründer Tamaz Georgadze.

Raisin vermittelt über sein Portal Spareinlagen bei aktuell 80 Partnerbanken im europäischen Wirtschaftsraum. Auch ETF-Sparpläne werden angeboten. Privatanleger sollen so trotz Niedrigzinsen zumindest noch kleine Renditen einfahren. Eigenen Angaben zufolge hat das Fintech seit dem Start Ende 2014 über 14 Milliarden Euro Spareinlagen von über 185.000 Kunden vermittelt. Dabei arbeitet Raisin unter anderem mit N26, der Commerzbank und o2 Banking von Telefónica Deutschland zusammen. Stärkster Konkurrent in Deutschland ist Deposit Solutions aus Hamburg mit den Marken Zinspilot und Savedo.

Derzeit baut Raisin eine Niederlassung in den USA auf, unterstützt vom „German Accelerator“-Programm des Bundeswirtschaftsministeriums. Das Unternehmen will dort im kommenden Jahr Einlageprodukte anbieten. Die Beteiligung von Goldman Sachs sei indes rein finanzieller Natur. „Eine darüber hinaus gehende Kooperation ist aktuell nicht geplant“, erklärte eine Raisin-Sprecherin auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer. In Kontakt mit der Investmentbank sei man bereits seit 2016.

Über 230 Mitarbeiter

Die Beteiligung erfolgt ein halbes Jahr nach einer Series-D-Finanzierungsrunde über 100 Millionen Euro. Zu den Bestandsinvestoren gehören der Bezahldienst Paypal sowie die Wagniskapitalfirmen Index Ventures, Ribbit Capital und Thrive Capital. Insgesamt hat das Fintech seit der Gründung 195 Millionen Euro von Investoren bekommen. Raisin selbst beschäftigt mehr als 200 Mitarbeiter. Hinzu kommen 35 Mitarbeiter in Manchester – dort hatte das Fintech 2017 PBF Solutions gekauft – und Frankfurt, wo die im März übernommene MHB-Bank ihren Sitz hat.

Für Goldman Sachs ist es innerhalb weniger Monate das zweite Investment in Deutschland: Im Mai kündigte das Institut seinen Einsteig bei Elinvar ein. Das aus dem Company Builder Finleap hervorgegangene Start-ups bietet eine IT-Plattform für Banken rund um die Vermögensverwaltung an.