Vom digitalen Reiseführer über leckere Cocktail-Rezepte bis hin zum Späti-Finder in Berlin: Diese Apps bringen Sie durch die heißen Tage.

Eigentlich sollte er längt da sein, der Sommer. Noch spielt das Wetter allerdings noch nicht richtig mit. Für den Fall, dass sich das noch ändert, müssen die wichtigen Fragen natürlich beantwortet werden: Wo ist eigentlich der nächste Kiosk? Wie mixe ich einen perfekten Cocktail? Und welcher Radweg ist der beste? Das Smartphone kann dabei helfen, uns durch die heißen Tage oder den Urlaub zu navigieren. Mit diesen zehn Start-up-Apps kommen Sie gut informiert durch den Sommer.

Field Trip

Die meisten Menschen werden im Urlaub zum Entdecker: Sie bestaunen Pyramiden, probieren außergewöhnliches Essen und lassen sich durch die Gassen antiker Gemäuer treiben. Tipps für die besten Sehenswürdigkeiten liefert der Smartphone-Reiseführer Field Trip, der vom Google Start-up NianticLabs entwickelt wurde. Ohne lästiges Tippen zeigt die App auf einer Karte automatisch nützliche Informationen, sobald sich der Nutzer in der Nähe befindet – von geschichtlichen Daten bis hin zu Geheimtipps im Bereich Essen, Einkaufen und Unterhaltung.

Die Informationen stammen von Geschichtsexperten wie Historvius oder Unternehmen wie Dezeen, die über Architektur und Design berichten. Songkick liefert außerdem Infos zur lokalen Musikszene und Daily Secret zeigt die Insider-Locations der Stadt. Wer die App im Auto oder per Headset nutzt, bekommt die Tipps sogar vorgelesen.

Positiv: Insider-Informationen abseits des Mainstreams

Negativ: Die App läuft die ganze Zeit im Hintergrund und übermittelt laufend GPS-Daten. Nichts für Datenschützer und Energiesparer.

Preis: Kostenlos

Erhältlich für iOS und Android.

Cocktail Flow

Das Budapester Start-up Distinction liefert mit seiner App Cocktail Flow mehr als 600 leckere Cocktail-Rezepte direkt aufs Smartphone. Die Anwendung enthält sowohl klassische Drinks als auch ausgefallene Varianten. Neben den Rezepten liefert sie einige Vorschläge, welche Grundstoffe in jede gute Bar gehören, um leckere Cocktails zu mixen. Das Tool MyBar zeigt außerdem an, welche Cocktails mit bereits im Haushalt vorhandenen Zutaten zubereitet werden können.

Positiv: Tolles Design

Negativ: Nichts für Abstinenzler

Preis: Kostenlos

Erhältlich für iOS und Android.

Komoot

Wer Radfahren und Outdoor-Aktivitäten liebt, wird um Komoot nicht herum kommen. Die App liefert topografische Karten, GPS-Sprachnavigation und gibt außerdem Tipps für Orte in der Umgebung. Je nach Fitness-Level und Sportart können Nutzer zwischen verschiedenen Touren auswählen und dabei Details zu Höhenmeter, Distanz oder der Wegbeschaffenheit abfragen. Damit man auch in der freien Wildnis ohne Internet zurecht findet, können die Karten für den Offline-Modus heruntergeladen werden. Die Touren synchronisieren sich dabei direkt mit allen Geräten, auch mit Smartwatches.

Positiv: Tourenvorschläge basierend auf den Erfahrungen der Nutzer

Negativ: Nur eine Region ist gratis, jede weitere kostet

Preis: 0 bis 29,99 Euro je nach Nutzung

Erhältlich für iOS und Android.

Naviki

Auch Naviki bietet Karten, allerdings nur für Radtouren. Entwickler der App ist das Start-up Beemo, ein Spin-off des Labors für Software Engineering der Fachhochschule Münster. Wahlweise für Alltag, Freizeit, Mountainbike oder Rennrad findet die App passende Wege und übermittelt die Infos sogar per Sprachausgabe. So kann das Handy sicher und stromsparend in der Tasche verstaut sein. Für gut informierte Radler liefert die Anwendung zudem nützliche Details zur Wegbeschaffenheit und zum Höhenprofil. Der Weg kann dabei wahlweise auf einer Standard- oder einer speziellen Fahrrad-Karte verfolgt werden. Kleines Manko: Wer keine Werbung möchte, muss dafür 1,99 Euo zahlen.

Positiv: gute Routenführung

Negativ: Viele Funktionen kosten extra

Preis: 3,99 bis 4,99 Euro

Erhältlich für iOS und Android

Durst

Wer kennt das nicht: Es ist spät abends, alle Supermärkte haben geschlossen, eine Tankstelle ist nicht in Sicht, aber man braucht unbedingt ein Bier, Zigaretten, was zu naschen oder ein paar Lebensmittel. Was nun? Das Berliner Start-up Ape Unit hat eine App für alle Nachtschwärmer entwickelt, die ihnen den kürzesten Weg zum nächsten Kiosk weißt. Per Standortbestimmung erkennt die Anwendung sofort, wo sich der Nutzer befindet, und zeigt ihm dann, wo es den nächsten Kiosk gibt.

Positiv: Mehr als 100 Kioske im Bestand

Nachtteil: Nur in Berlin verfügbar, keine Öffnungszeiten, fehlende Updates

Preis: Kostenlos

Erhältlich für iOS und Android

StauMobil

Wer Staus umfahren und dabei nicht unbedingt auf die Staumeldungen im Radio warten möchte, sollte auf die App des Saarbrücker Start-up Apptimists zurückgreifen. Per Lokalisierungsfunktion bestimmt die App die nächsten Gefahrenpunkte, sodass Autofahrer ihre Reiseroute planen und anpassen können. Gerade in der Urlaubszeit kann das ein Vorteil sein. Der Service umfasst außerdem eine aktuelle ADAC-Verkehrsprognose, Daten über Ferientermine, Urlaubsrouten, Grenzübergänge, Dauerbaustellen und Großveranstaltungen.

Positiv: Sehr übersichtlich, aktuell

Negativ: Werbung, keine Integration in Karten Apps wie Google Maps möglich

Preis: Kostenlos

Erhältlich für iOS und Android

MyPostcard

In Zeiten von Facebook, Whatsapp und Co. sind Postkarten längst nicht mehr so beliebt wie früher. Dennoch gibt es genügend Urlauber, die auch im digitalen Zeitalter nicht auf die Grüße aus Papier verzichten wollen. Das Berliner Start-up MyPostcard bietet deswegen individualisierte Postkarten an, deren Motive zwar per Smartphone geschossen, dann aber ausgedruckt und per Post versendet werden 1,99 Euro verlangt das Start-up für Druck und Versand, das kann sogar günstiger als eine Standard-Karte vom Kiosk. Die Idee hat Erfolg: Knapp 300.000 Postkarten wurden mit dem Dienst bereits verschickt.

Positiv: Schneller Versand, da aus Deutschland. Erste Karte gratis

Negativ: Die Smartphonebilder wirken auf der gedruckten Karte möglicherweise verpixelt, wenn die Qualität nicht gut genug ist

Preis: 1,99 Euro

Erhältlich für iOS und Android

MyFitnessPal

Kaum naht der Sommer, stürzen sich Tausende Menschen in radikale Diäten, um am Strand und im knappen Outfit eine gute Figur zu machen. Helfen können dabei Apps wie MyFitnessPal vom gleichnamigen Start-up. Die Anwendung zählt die täglich aufgenommen Kalorien, die dank einer großen Datenbank an Nahrungsmitteln leicht dokumentiert werden können. Die App kennt die Nährstoffe von mehr als drei Millionen Lebensmitteln, speichert komplette Mahlzeiten, erstellt Übersichten, scannt Barcodes und liefert eine Zutatenliste, berechnet Nährwerte anhand von Rezepten und liefert nebenbei noch Übungen für Kraft und Ausdauer. Ein Alleskönner.

Positiv: Umfangreiche Funktionen, übersichtliches Design

Negativ: Eine App mehr für den Schlankheitswahn, einige Features nur durch teures Premium-Paket möglich

Preis: Kostenlose Standard-Version (Premium: 49,99 Euro)

Erhältlich für iOS und Android

Vivino Weinscanner

Wer an lauen Sommerabend gerne einen Wein genießt, egal ob weiß, rot oder rosé, ist mit der App Vivino gut beraten. Die Anwendung des gleichnamigen dänischen Start-ups scannt die Etiketten und liefert in Sekundenschnelle alles Wissenswerte über den edlen Tropfen: Preise, Bewertungen, Rezensionen, Menüvorschläge sowie Empfehlungen von mehr als zehn Millionen Weinliebhabern, die die App inzwischen nutzen. Wer im Restaurant schnelle Infos braucht, um sich für den besten Wein für Fisch, Steak oder Nudeln zu entscheiden, kann sogar die Weinkarte abfotografieren und bekommt kurz darauf Bewertungen und Rezensionen gezeigt. Mehr als eine Millionen Weine sind in der Datenbank gespeichert.

Die gesuchten Weine können übrigens direkt mit einem Klick online bestellt werden. Die App zeigt außerdem Weinhändler in der Nähe, erstellt ein persönliches Geschmacksprofil, erinnert sich an Ihre persönlichen Favoriten und die schlechtesten Tropfen und vergleicht Preise im Netz. Wer den Top-Nutzern folgt, erfährt außerdem direkt, welche Weine die Gourmets trinken und schätzen.

Positiv: Umfangreiche Datenbank mit Millionen Bewertungen und Rezensionen

Negativ: Ob ein Wein schmeckt, kann auch eine App nicht vorhersagen

Preis: Kostenlos (Upgrade für 4,49 Euro)

Erhältlich für iOS und Android.

Vamos Event-Kalender

Der Sommer ist die beste Zeit für Open-Air Festivals, Straßenfeste und Konzerte aller Art. Einen Überblick aller Events der eigenen Stadt oder am noch unbekannten Urlaubsort liefert die App Vamos, die in 50 Ländern der Welt funktioniert. Von einem kleinen Team in Berlin entwickelt, zeigt die App jeden Monat mehr als eine halbe Million Events weltweit – egal ob Kultur, Sport, Business, Bildung, Party oder Feste für die ganze Familie. Einmal registriert, können die Nutzer übrigens Gästelistenplätze ergattern und per Anwendung zugehörige Tickets kaufen.

Positiv: Die App funktioniert fast überall, auch in kleineren Orten

Negativ: –

Preis: Kostenlos

Erhältlich für iOS und Android