Mit dem Fokus auf Selbständige und kleine Unternehmen greift das Fintech Anbieter wie Kontist und Penta an. In Italien und Spanien ist Qonto bereits aktiv.

Schnelle Kontoeröffnung, ansprechende Apps und umfassende Online-Services: Mit diesen Pluspunkten konnten Digitalbanken zahlreiche Kunden für sich gewinnen. Zum Jahresbeginn wächst nun das Angebot: Nach einer längeren Beta-Phase startet Qonto im Januar offiziell in Deutschland, wie das Unternehmen heute mitteilte. Das französische Fintech richtet sich mit seinen Geschäftskonten an kleine und mittlere Unternehmen (KMUs), Start-ups und Selbstständige.

Eigenen Angaben zufolge hat Qonto seit dem Start vor zweieinhalb Jahren über 65.000 Firmenkunden für sich gewonnen. Außer in Frankreich ist das Fintech bereits in Italien und Spanien aktiv. Erklärtes Ziel der Gründer Alexandre Prot und Steve Anavi ist es, eine europäische Geschäftsbank zu formen. „Der Großteil aller Unternehmen in Deutschland gehört zu den KMUs. Genau für diese Unternehmen ist unser Produkt maßgeschneidert“, wirbt Philipp A. Pohlmann, Deutschlandchef von Qonto.

Der Markteintritt dürfte vor allem bei Penta wachsam beobachtet werden. Denn auch die Berliner Digitalbank zielt auf Freiberufler und Kleinunternehmen – und setzt nach der jüngsten Finanzierungsrunde im vergangenen Sommer ihrerseits auf eine internationale Expansion. Laut Homepage hat Penta inzwischen über 16.000 Kunden. Ähnlichkeiten beim Qonto-Angebot gibt es auch zu Kontist. Das ebenfalls in Berlin ansässige Fintech hat aber mit seiner Ausrichtung auf Selbständige und Einzelunternehmer einen noch spitzeren Fokus.

Auch die Deutsche Bank mischt mit

Die Achtungserfolge der Fintechs haben zudem traditionelle Banken, für die das Geschäft mit Gründern und Selbstständigen lange zu unattraktiv schien, auf den Plan gerufen. Bereits 2016 hat etwa die spanische Großbank BBVA das finnische Fintech Holvi übernommen, das offensiv auch in Deutschland um Kunden buhlt. Und die Deutsche Bank startete im vergangenen Jahr mit Fyrst ein Angebot, das wie eine eigenständige Digitalbank daherkommt.

Qonto bewegt sich damit einem zunehmend umkämpften Terrain. Auf ihrer Seite wissen die beiden Gründer indes zwei finanzstarke Wagniskapitalgesellschaften: Sowohl Valar Ventures, zu deren Mitgründern Peter Thiel zählt, als auch der französische Frühphaseninvestor Alven sind Gesellschafter des Fintechs. Insgesamt hat die Digitalbank seit der Gründung 32 Millionen Euro eingesammelt. Von den 180 Mitarbeitern sind Unternehmensangeben zufolge mehr als die Hälfte mit der internationalen Produktentwicklung befasst.