Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von Pydro, Mulundu Sichone und Miguel Linares, an. Ihr Start-up nutzt Sensoren mit Wasserkraft, um teure Verluste zu vermeiden. Wie urteilt Investorin Gesa Miczaika?

Mulundu, Miguel, ihr habt eine Minute im Fahrstuhl mit einem möglichen Geldgeber. Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir helfen Wasserversorgern, ihre Wasserverluste zu minimieren. Im Schnitt sind es 30 Prozent, und die Versorger wissen meist nicht, wo die Lecks sind. Wir haben  Sensoren entwickelt, die messen, wie viel Wasser gerade durch die Leitung strömt, und diese Daten zu einem Server schicken. Den Energiebedarf beziehen die Sensoren aus der Wasserströmung, die Daten versenden sie in Echtzeit per Mobilfunk. Die Module werden dazu einfach in Messschächten angebracht. Oder dort, wo gerade ein  Rohrbruch behoben wird.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Mulundu stammt aus Sambia, wo ein Drittel der Menschen keinen sicheren Zugang zu sauberem Wasser hat. Ihn hat es fasziniert, wie selbstverständlich sauberes Wasser aus der Leitung in Deutschland ist. Als Maschinenbauingenieur kam er so auf die Idee, die Wasserkraft in der Leitung zur Energiegewinnung zu nutzen.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Den Datenservice gibts im Monatsabo. Die Geräte selbst kann der Versorger kaufen oder leasen. In Deutschland ist der Wasserverlust mit sieben Prozent vergleichsweise gering. In Großbritannien sind es immerhin 23 Prozent. Ähnlich ist das in Frankreich, Spanien und Italien. Teilweise müssen die Versorger dort hohe Strafen dafür zahlen.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …Motiviert, da wir einen Beitrag für eine nachhaltige Wasserversorgung leisten.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir sechs Leute kommen aus vier Nationen. Leider ist nur eine Frau dabei.

Was war euer größter Rückschlag?
Anfangs wollten wir im Wassernetz Strom erzeugen und ihn einspeisen. Der wurde aber nicht als erneuerbar anerkannt, das hat das Geschäftsmodell kaputt gemacht. Also sind wir auf Messtechnik umgeschwenkt.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann ist unsere Technik in allen großen europäischen Staaten breit vertreten. Außerdem expandieren wir dann nach Amerika und Afrika.

Fakten zum Start-up

Kunden: Vier Pilotkunden in Deutschland, der Schweiz, Spanien und Großbritannien
Finanzierung: Fördermittel, Wagniskapital, Privatinvestment
Gründung: 2016 in Hamburg
Mitarbeiter: 6

Würde der Profi investieren?

Idee: 5/5
Geschäftsmodell: 4/5
Timing: 4/5

Urteil: „Sensoren, die Wasserverluste identifizieren, gibt es seit Jahren – doch mit begrenzter Erfassungsfähigkeit. Wenn Pydro hier eine bessere Lösung hat, ist das sehr interessant!“
Gesa Miczaika, war die erste Mitarbeiterin beim Limousinenunternehmen Blacklane. Heute leitet sie mit zwei Partnerinnen den Start-up-Investor Auxxo.

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