Das Fintech-Start-up Liqid will eine digitale Vermögensverwaltung anbieten, die sonst nur Kunden von Family Offices zur Verfügung steht.

Die Gründer arbeiten dafür mit HQ Trust, das Multi-Family-Office der Familie Harald Quandt, ein privater Vermögensverwalter, zusammen. Der Berliner Frühphasen-Investor und Company Builders Project A Ventures hat in das Start-up investiert. Florian Heinemann, Mitgründer und Geschäftsführer von Project A spricht im Interview über das Konzept.

Project A hat sich am gerade gegründeten Start-up Liqid beteiligt, wie viel haben sie investiert?
Wir haben einen unteren einstelligen Millionenbetrag in der Frühphase investiert. Außerdem ist das Gründerteam investiert.

Das Fintech-Segment boomt, was ist der besondere Ansatz von Liqid Technology?
Was ich für sehr wichtig halte ist, dass die Plattform nicht einfach etwas Bestehendes digitalisiert. Anleger können mit LIQID erstmals ohne Großvermögen entlang der sogenannten „Core-Satellite-Strategie“ investieren, also neben diversifizierten Kerninvestments auch schwer zugängliche Asset-Klasse beziehungsweise Einzelinvestments (Venture Capital, Direktinvestments in Immobilien, etc.) nutzen. Das Team ist aufgrund seiner Vorerfahrung außerdem für eine erfolgreiche Umsetzung positioniert.

Wer kann den Dienst nutzen?
Das Angebot ist für liquide Vermögen ab 100.000 Euro gedacht, damit spricht es zum Beispiel Menschen an, die beruflich oder unternehmerisch sehr erfolgreich sind bzw. anlegen wollen und sich eine zeitgemäßere Form und bessere Angebote wünschen. Wenn ich mir die Pilotkunden von LIQID anschaue, sind das Menschen, die wenig Zeit haben und den ständigen Zugang zu hervorragenden Informationen und Produkten gewöhnt sind.

Hatten Sie selbst auch das Problem, keine zeitgemäße Lösung zur Vermögensverwaltung zu finden?
Es gibt verschiedene kostenarme Möglichkeiten für Basisanlagen, aber allein bei der Präsentation und dem Reporting sehe ich deutlich Luft nach oben. Das LIQID-Team arbeitet daran das wesentlich zu vereinfachen. Was ich zudem gelernt habe ist, was für interessante Konzepte beziehungsweise Asset-Klassen bisher den Mandanten von Family Offices vorbehalten waren. Hier schafft Liqid erstmals einen digitalen, offeneren Zugang.

Welche Produkte gibt es denn konkret über Liqid geben?
Natürlich wird man im Angebot auch Indexfonds (ETFs) finden und die Auswahl der Produkte wird einen weiten Radar haben, der bis zu 11.000 Anlagevehikel in acht verschiedenen Anlageklassen umfasst. Das überzeugendste Argument besteht für mich aber darin, dass ich erstmals ein Zugang zu Einzelinvestments, beziehungsweise Asset-Klassen, so genannten ‚Satelliten’, bekomme die mir einen taktischen und strategischen Hebel innerhalb meines Anlagekosmos liefern.

Liqid arbeitet dabei mit HQ Trust, das Multi-Family-Office der Familie Harald Quandt, einer privaten Vermögensverwaltung, zusammen. Wie sieht das konkret aus?
HQ Trust ist Produktpartner von LIQID. Als Anbieter greift das Team damit auf ein über Jahre nachweislich enorm erfolgreiches Investmentteam und seine Konditionen zurück. Der Mitgründer und Geschäftsführer Kyros Khadjavi kommt selbst aus dem Private Banking und es war Teil des Konzepts, gemeinsam mit HQ Trust einen eigenen Investmentansatz für das Angebot zu entwickeln. Bei uns kann das Team hingegen auf Erfahrung mit Aufbau von Unternehmen und datengetriebenen Geschäftsmodellen zurückgreifen.

Wann geht es los und wie ist der derzeitige Stand?
Der Launch des Angebots für Anleger deutschlandweit ist für Frühjahr 2016 geplant. Aktuell startet die Pilotphase mit ersten Kunden, die auch Beteiligungen am Unternehmen LIQID Technology erwerben können. Was ich zudem sehr überzeugend finde ist, dass LIQID im Kundenkontakt die Möglichkeiten von online und offline kombinieren wird.

Herr Heinemann, vielen Dank für das Gespräch.