So können hohe Investitionskosten abgefedert werden, während das Produkt langsam entwickelt und verfeinert wird. Neben Business Angels entdecken dabei aber auch immer mehr der zahlreichen Maschinen- und Anlagenbauer ihr Herz für Hardware-Start-ups. „Viele Unternehmen wachen da langsam auf“, sagt Robin Tech, Geschäftsführer des Hardware-Accelerators AtomLeap, der vor einer Woche mit acht Start-ups in die erste reguläre Runde gestartet ist. Während des mehrwöchigen Programms sollen möglichst viele Lean-Start-up-Methoden auf die Hardware-Projekte angewandt werden, um die Kosten gering zu halten. „So kann man etwa Kundenbedürfnisse von Anfang an evaluieren und einzelne Komponenten auf den zusätzlichen Wert überprüfen“, sagt Tech.

Eine Herausforderung bleibt es, insbesondere im B2B-Geschäft den Draht zu den wichtigen Akteuren zu finden – aber auch hier machen Hardware-Gründer Mut: „Wenn sie sich mit einem Thema beschäftigen, dass Relevanz für die Industrie hat, dann finden sie viel Unterstützung“, sagt Brantner. Immer wieder wurden die Magazino-Gründer zu Gesprächen von Zulieferern eingeladen, mancher Außendienstler legte Extraschichten ein, um wichtige Teile pünktlich zu liefern.

Hardware-Start-ups brauche mehr Zeit als Apps

Ähnliche Erfahrungen hat Herbert Hellemann gemacht, Gründer und CTO von Buddyguard. Das Berliner Start-up arbeitet an einer kompakten Heimsicherheitslösung für den Privatgebrauch. Mit einer anvisierten ersten Stückzahl von 500 bis 1000 Geräten erhielten die Gründer zuverlässige Angaben von Lieferanten – und hier und da sogar einzelne Bauteile umsonst zur Verfügung gestellt. Das Kalkül hinter der Großzügigkeit: Wenn sich im frühen Entwicklungsstadium ein Bauteil bewährt, wird es bei einer späteren Massenproduktion kaum noch austauschbar sein und sich für den Zulieferer rechnen.

Gleichzeitig wissen die Partner aus der Industrie auch, dass die Hardware-Produktion oft mehr Zeit brauchen als App-Entwickler. „Bei einer Software kann man schnell eine Plattform aufbauen und die Resonanz im Markt testen“, sagt Hellemann, „bei Hardware kann man nicht ein halb fertiges Produkt auf den Markt werfen.“ Mit Business Angels im Rücken wurde die Anschubfinanzierung gesichert.