Er hat gesehen, wie Maack nach fünf Minuten Reden die braunen Locken zu Berge standen und wie begeistert er vom veränderten Unterricht mit der App gesprochen hat. Es gab Applaus, auch von Ammel. In der Pause sieht man ihn mit dem Gründer sprechen. Eine Geldkarte gibt er aber dennoch nicht. „Später vielleicht“, sagt Ammel. Ihm rauche vom Marathon gerade einfach der Kopf.

In den Pausen trinkt man zusammen Fritzcola und erwischt sich dabei, ganz verstohlen auf das Namensschild des Gegenübers schielen. Steht da etwa ein potenzieller Investor? Oder nur ein anderer Gründer, der auch nach Investoren Ausschau hält? Carsten Maschmeyer ist der Einzige, den man hier ohne obligatorisches Namensschild sieht. Er braucht es nicht. Dabei ist er schon auf dem Sprung. Er hat sich nach seinem Vortrag einige Start-ups angesehen, kam mit Gründern ins Gespräch. „Ich bin begeistert von der zukunftsgerichteten Atmosphäre, die einem hier begegnet“, sagt er. Dem Investor seien ein paar innovative Geschäftsmodelle aufgefallen. Einzelheiten nennt er nicht. Er hat vor, sich mit einigen Ideen in der kommenden Woche näher zu beschäftigen und auch ein paar Meetings vereinbaren.

Überraschende Gewinner

Als um 18.30 Uhr die ersten ein Bier aufmachen, sind Candau und Ickenroth kaputt. Stunden voller Händeschütteln, immer wieder kurz die Idee pitchen und sich vorstellen, liegen hinter ihnen. Trotz der Gespräche haben sie noch kaum Papier-Investitionen erhalten. „Das ist aber nicht schlimm. Wir sind ja nicht hier, um die Karten zu sammeln, sondern um uns vorzustellen“, sagen die beiden.

Tipps für die Gewinner des Pitch Marathons variieren bis zum Schluss. Einige nennen den Vergleichsanbieter für zerstörte Handys, kaputt.de, andere tippen auf den Hashtagerklärer #now. Viele sagen, sie hätten das System nicht verstanden, so wie der ergraute Investor im hellblauen Polohemd. Dass man die Investitionskarten habe abgeben müssen, sei ihm erst jetzt aufgegangen – zu spät. Als die Saarländer Sebastian Hof, Jennifer Moseler und David Poetzsch-Hefter aufgerufen werden, sitzen sie ganz hinten im Hörsaal. Erst als sich einige nach ihnen umdrehen, merken die drei, dass sie gewonnen haben. Für ihren ersten Pitch in Berlin haben sie 3,3 Millionen fiktive Euro bekommen, die höchste Summe des heutigen Tages. Umarmungen, dann schnell nach vorn auf die Bühne. Ein verhaltener Applaus begleitet sie. Viele sind schon vorher abgereist, andere stoßen draußen in der Abendsonne an. Es ging nie ums Gewinnen, nur um den Pitch.