Immer wieder begegnen die Gäste auch einem Mann mit Bauchkasten und grüner Fliege. Um ihn sind stets zwei bis drei Leute versammelt. „My battery is empty“, sagt ein Passant. „I can help you“, erwidert der Mann mit dem Bauchkasten. Der Helfer heißt Robin Kirchartz und bietet mobile Ladestationen für Handys an. Gegen eine Pfandgebühr können Interessierte einen Akku erhalten – seine Geschäftsidee. Kirchartz ist schon lange beim Pirate Summit dabei. „Es lohnt sich immer zu kommen, Ideen und Inspirationen werden mir hier geradezu um die Ohren geschmissen“, sagt der Gründer.

Nicht nur von der Gründerseite gibt es gute Resonanz, auch Investor Hardy Isken gefällt es. Er ist im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft unterwegs und sucht Anwärter für mögliche Fördergelder. Am ersten Tag war er bereits erfolgreich: „An einem Vormittag habe ich mit 18 Start-ups Gespräche geführt, das ist sehr viel im Vergleich zu anderen Treffen.“ Außerdem habe der Frankfurter noch nie eine Start-up Veranstaltung in solch einer Atmosphäre erlebt. „Alle Personen sind unglaublich offen und es ist international, es macht einfach Spaß“, sagt der Investor.

Zwei Tage lang wird beim Pirate Summit beratschlagt, verhandelt und gefeiert. Im Mittelpunkt stehen Vorträge vieler renommierter Sprecher, Diskussionen, Vorträge und auch ein Pitch – für diesen sind die Organisatoren in den vergangenen Wochen durch ganz Europa gereist und haben die besten Start-ups zu sich nach Köln eingeladen. Die sogenannte „Pirates on Shore”-Tour war in knapp 60 Städten Europas und im Mittleren Osten unterwegs. Nur die Gewinner der lokalen Pitches sind nach Köln gekommen. Denn eins ist den Organisatoren besonders wichtig: Qualität. So werden auch alle anderen Teilnehmer sorgfältig ausgewählt. Wer bei der Veranstaltung mitmachen will, muss sich erst bewerben und überzeugen. „Wir haben etwa 50 bis 60 Prozent der Bewerbungen abgelehnt, weil sie nicht in das Konzept gepasst haben“, sagt Organisator Ohrmann. Es zeigt sich, dass zwar viele internationale Teilnehmer vor Ort sind, der lokale Sektor aber kaum vertreten ist.