Corona hat die Reisebranche hart getroffen. Auch alle Busse des Mobility-Start-ups bleiben in der Garage – trotzdem gibt es jetzt Geld für die Kölner.

Als der Fernbusanbieter Pinkbus Anfang Juli des vergangenen Jahres an den Start ging, waren die Gründer Christian Höber und Tino Engelmann voller Zuversicht, den Markt erobern zu können. Mit einem vom Buchungszeitpunkt unabhängigen Festpreis und Direktverbindungen wollten sich die Kölner gegen Konkurrenten wie Flixbus oder den Vermittler von Mitfahrgelegenheiten, BlablaCar, durchsetzen. 

Jetzt sind es nicht die Rivalen, die den beiden Geschäftsführern zu schaffen machen, sondern der Corona-Ausnahmezustand: Angesichts der aktuellen Lage musste der Betrieb vollständig eingestellt werden, alle sechs Busse stehen in der Garage, Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Ein Super-Gau für Pinkbus, der die Kölner ebenso hart trifft wie viele andere Start-ups aus der Reisebranche.

Sechsstelliges Investment von Kölner Early-Stage-Investor

Dennoch überraschten Christian Höber und Tino Engelmann dieser Tage mit einer positiven Nachricht: Venista Ventures, ein ebenfalls in Köln ansässiger Early-Stage-Investor, ist mit einer sechsstelligen Summe beim Mobility-Start-up eingestiegen. Wie hoch die Summe genau ist, wollten die Gründer auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer nicht verraten: „Wir wollen uns nicht zu sehr in die Karten gucken lassen“, sagte Höber.

Das Ziel von Pinkbus, eine eigene Nische auf dem umkämpften Fernbusmarkt für sich zu beanspruchen, habe sie überzeugt, lässt sich Tobias Neveling von Venista Ventures zitieren. Einen rein auf Expressverbindungen spezialisierten Anbieter, der konsequent ohne Zwischenhalte fahre, gebe es so am Markt nicht. 

Wann die Busse wieder auf die Straßen dürfen, ist derzeit noch unklar. Höber rechnet vorsichtig damit, ab dem 25. Juni mit ersten Linien wieder loslegen zu dürfen – unter erhöhten Sicherheits- und Hygienevorkehrungen. So sollen Nebensitzplätze jeweils frei bleiben.

Pläne für die Zeit nach Corona

„Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass die Menschen zuerst wieder in Deutschland reisen, bevor sie sich in den Flieger nach Spanien setzen, und dass sie gleichzeitig  preissensibler werden – das ist ein Vorteil für das günstige Bus-Segment“, so Höber. Allerdings betont er auch, dass ingesamt in Flugzeugen, Bahnen und Bussen in diesem Jahr weniger Auslastung herrschen wird: „Damit werden alle Anbieter zu kämpfen haben.“

Aufhalten lassen will sich Pinkbus davon nicht. Darum planen die Gründer nun für die Zukunft: Ein Teil des eingeworbenen Geldes soll in die Software-Entwicklung fließen, auch eine App sei geplant. Und neue Busse sollen an den Start gehen, sagt Höber.