Ein Arztbesuch kann also auch einfach sein – und das ganz ohne unfreundliche Sprechstundenhilfen und langes Sitzen im Wartezimmer. Skype öffnen, Doktor anwählen, Frage stellen. So sieht es sich zumindest das Start-up Patientus, das Video-Konferenzen mit Ärzten anbietet. Die Diabetes-App MySugr würde den Menschen in den weißen Kitteln am liebsten gleich alle Patientendaten live zukommen lassen. Die Digitalisierung greift um sich, gut so. Oder nicht? Ganz so einfach ist es nicht: Trotz des im Januar in Kraft getretenen E-Health-Gesetzes bleibt die Digitalisierung der Gesundheit schwierig, wie unser Artikel beschreibt. Die gute Nachricht: Investoren scheint das nicht zu hemmen.

In der Vermessung der europäischen Start-up-Szene hat sich der Bundesverband Deutscher Start-ups versucht. Mit Hilfe einer Online-Umfrage ließ er 2300 Jungunternehmen Fragen nach ihren Plänen, der Finanzierung und den größten Problemen beantworten. Zusammengefasst hat der Verband seine Ergebnisse im „European Start-up Monitor“. Der Studie mangelt es zwar an Repräsentativität, aber nicht an interessanten Aussagen. Oder hätten Sie gedacht, dass europäische Unternehmen im Schnitt 2,5 Millionen Euro an Fremdkapital auf dem Konto haben und 13 Mitarbeiter beschäftigen?

Wer gründet, muss jede freie Minute in sein Start-up stecken – das ist eines von vielen Klischees, die Gründern anhängen. Dass es auch anders geht, will Felix Plötz mit seinem Buch „Das 4-Stunden-Start-up“ zeigen. „Der Titel ist natürlich zugespitzt“, wie der Autor im Interview unumwunden zugibt. Mit seinem Werk will er vor allem mit dem Mythos aufräumen, dass Gründen eine Entweder-Oder-Entscheidung ist – entweder fester Job oder Start-up. Es gehe auch beides, so Plötz. Auch wenn vier Stunden vielleicht etwas knapp kalkuliert sind: Einen Versuch wäre es wert.