Helpling: Sogar Samwer-Brüder steigen ins Pflegegeschäft ein

Sogar Rocket Internet mischt seit Kurzem im Pflegemarkt mit. Ihr Sprössling „Helpling“ – 2014 als „Putzportal“ gestartet – hat kürzlich den Wettbewerber „Familienhelfer“ aufgekauft und vermittelt nun auch Haushaltshilfen für Pflegebedürftige.

Die Helplinge kochen, waschen, kaufen ein, begleiten zum Arzt und ins Café oder unterhalten sich einfach nur ein, zwei Stunden mit dem Pflegebedürftigen. „Dadurch helfen wir mit, dass ältere oder hilfebedürftige Menschen so lange wie möglich selbstbestimmt in ihrem eigenen Haushalt wohnen können“, heißt es auf der Homepage. Auch um pflegende Angehörige stundenweise zu entlasten, können Helplinge einspringen.

Dass die Pflege als Gründungsthema interessant ist, ist kein Wunder: Lockt der Markt doch mit vielen Lücken, die gefüllt werden wollen. Und mit hohen Umsatzmöglichkeiten. „Der Pflegemarkt wächst seit Jahren und hat immer noch großes Wachstumspotenzial”, erläutert Dominik Enste vom Institut der Deutschen Wirtschaft. Alleine von den gesetzlichen und privaten Pflegeversicherungen werden jährlich etwa 30 Milliarden Euro ausgeschüttet, so die aktuelle Pflegestatistik des Bundes. „Laut Prognosen wird das Umsatzvolumens bereits in fünf Jahren auf 45 Milliarden Euro gestiegen sein, in 15 Jahren auf 62 Milliarden und im Jahr 2050 auf 86 Milliarden”, sagt Ökonom Enste.

Der Großteil davon entfällt wohl eher auf kommunale und kirchliche Einrichtungen oder auf klassische Existenzgründer wie Pflegedienste. Alleine bei den ambulanten Pflegediensten kommt jeden zweiten Tag ein neuer Anbieter hinzu. Aber technische Innovationen spielen eine immer größere Rolle. Apps wie Easierlife und Parica melden, ob es dem schon etwas tattrigen Vater oder der gehbehinderten Mutter zu Hause noch gut geht, Pflegeroboter werden entwickelt.