Peter Thiel schlägt doppelt zu, das Saubermann-Image von Helpling bekommt Flecken und die Börse handelt bald Windeln. Was in dieser Woche wichtig war.

Der Investor Peter Thiel scheint Gefallen an der deutschen Start-up-Szene gefunden zu haben. Binnen weniger Stunden verkündete der Business Angel am Donnerstag gleich den Einstieg bei zwei Berliner Start-ups: Erst überraschte Thiel mit einer Beteiligung an dem FinTech-Start-up Number26, dann investierte er auch noch in den Instagram-Konkurrenten EyeEm. Wie viel genau er zu den Finanzierungsrunden in Höhe von zehn Millionen beziehungsweise 18 Millionen Euro beisteuert, verriet Peter Thiel zwar nicht. Trotzdem adelt sein Investment den Standort Berlin – schließlich hielt er die Europäer bis vor kurzem noch für „pessimistische Nichtstuer“.

Apropos pessimistisch: Überboten sich die Reinigungshilfenvermittler Helpling und Book A Tiger in den vergangenen Wochen noch mit Finanzierungsrunden und Übernahmen, bekommt das Saubermann-Image der Putzportale langsam Flecken. Nachdem schon die Stiftung Warentest vor den Versprechen der Onlinedienste warnte, hinterfragte in dieser Woche auch die ZDF-Reportage „37 Grad“ die Praktiken und stellte beispielsweise die Frage, ob ein Lohn von knapp 60 Euro für sieben Stunden unterwegs sein wirklich so fair ist, wie die Portale stets kommunizieren.

BlaBlaCar hat diese Woche die deutsche Plattformen mitfahrgelegenheit.de und mitfahrzentrale.de gekauft. Die Angebote künftig sollen verschmolzen werden. Nutzern – immerhin bis zu 1,4 Millionen Fahrgemeinschaften monatlich – drohen dadurch künftig höhere Gebühren. „Wir wollen mit BlaBlaCar eine globale Marke aufbauen“, sagte Mitgründer Nicolas Brusson der WirtschaftsWoche. Die deutschen Angebote werden daher mittelfristig nicht mehr unter dem bisherigen Namen betrieben. „Unser Ziel ist es, die Plattformen zu vereinen“, sagt Olivier Bremer, Deutschlandchef von BlaBlaCar.

Das Start-up Thermondo hat bei einer weiteren Finanzierungsrunde sechs Millionen Euro eingenommen. Neben den Altinvestoren – dem Energiekonzern Eon, Grey Corp und der IBB Beteiliungsgesellschaft – konnte das Berliner Unternehmen mit Rocket Internet und Holtzbrinck Ventures auch zwei namhafte Neuinvestoren gewinnen. Rocket Internet war in dieser Woche noch weiter auf Einkaufstour: Am Freitag wurde unter anderem das Logistik-Startup Volo von der Unternehmensschmiede übernommen – und damit ein Münchner Start-up nach Berlin geholt.

Mehrere Unternehmen haben in dieser Woche außerdem ihren Börsengang angekündigt. Neben dem Münchner Start-up Windeln.de, das noch in diesem Jahr einen Börsengang plant, will auch das e-Commerce Start-up Shopify auf das Parkett. Bei Windeln.deplant ein Emissionsvolumen von bis zu 200 Millionen Euro. 100 Millionen sollen durch eine Kapitalerhöhung eingenommen werden, bisherige Gesellschafter wollen durch Anteilsverkäufe etwa 80 Millionen Euro erlösen. Neben den Geschäftsführeren zählen zu den Anteilseignern DN Capital (24,3 Prozent), Acton Capital (19,5 Prozent), Goldman Sachs (12,8 Prozent) und die Deutsche Bank (11,1 Prozent). An den Börse in Toronto und New York findet sich künftig auch Shopify, das vor zwölf Jahren von dem Deutschen Tobias Lütke in Kanada gegründet wurde. Der Börsengang wird von Morgan Stanley, Credit Suisse und RBC Capital Markets begleitet, wie t3n.de berichtet. Außerdem an der Börse gehandelt, wird künftig Etsy, ein Online-Marktplatz für Selbstgemachtes aus den USA. Bei seinem Börsengang hat das Unternehmen 267 Millionen Dollar eingenommen, das Unternehmen mit 1,8 Milliarden Dollar bewertet.