Trotz traditionsbewusster Branche wagen sich weitere neue Player ins Spiel. Sie entdecken Nischen für sich, beispielsweise die Teilzeitarbeit. Das Berliner Start-up Tandemploy erlaubt es Arbeitnehmern, eine Vollzeitstelle mit einer anderen Person, dem Tandempartner, zu teilen. „Für Unternehmen ist das besonders interessant, wenn sie eine eierlegende Wollmichsau suchen, etwa jemanden, der gleichzeitig analytisch und kreativ ist und fünf Fremdsprachen spricht“, erläutert Tandemploy Gründerin Jana Tepe.

Sie teilt sich ihre eigene Stelle mit ihrer Co-Geschäftsführern Anna Kaiser. Die aktuell 3500 registrierten Jobsharer (30 Prozent Männer; zwischen 25 und 55 Jahren alt) wiederum möchten den Arbeitsplatz meist teilen, weil sie noch studieren, Kinder betreuen, jemanden pflegen oder selbst in Altersteilzeit gehen wollen.

Für die Arbeitsuchenden ist Tandemploy kostenlos. Die aktuell 45 angemeldeten Unternehmen, darunter Beiersdorf, zahlen für die Nutzung der Plattform, auf der die Jobsharer sich vorstellen, nicht für eine konkrete Vermittlung. Da sich das Start-up noch nicht komplett selbst trägt, hat Tandemploy im Sommer die Schörghuber Unternehmensgruppe als Investor gewonnen.

Jobvermittlung für Studenten

Eine andere Nische hat Campusjäger gefunden. Das Start-up aus Karlsruhe hilft Studenten, einen Praktikumsplatz, einen Nebenjob oder die erste Anstellung nach dem Hochschulabschluss zu finden. „Seitdem der Mindestlohn gilt, suchen auch Unternehmen verstärkt Hilfe, um die passenden Praktikanten zu finden“, meint Campusjäger-Mitgründer Matthias Geis. Die Anzahl der seit Launch im April 2014 vermittelten Stellen liege im dreistelligen Bereich. Bereits im ersten Geschäftsjahr hat Campusjäger laut Geis über 100.000 Euro Umsatz erzielt.

Der Weg von Campusjäger scheint wie der prototypische Start-up-Werdegang: Die drei Gründer haben sich während des Studiums am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) kennengelernt. Nach einem gewonnenen Gründerwettbewerb  konnten sie den Inkubator CyperLab  nutzen und in der Zeit die ersten Kunden akquirieren. Den Anschub hat sich Campusjäger jedoch besonders kreativ finanziert: mit der Airbnb-Vermietung eines WG-Zimmers.