Das in Kopenhagen ansässige Unternehmen ist auf digitale Mitarbeiterbefragungen spezialisiert – und will nun sein Team in Berlin aufstocken.

Wie groß ist die Identifikation mit dem Unternehmen? Wird der Job als sinnstiftend wahrgenommen? Nehmen die Führungskräfte ihre Aufgabe ernst? Mit Fragen wie diesen sehen sich viele Arbeitnehmer einmal im Jahr konfrontiert – im Rahmen großangelegter Mitarbeiterbefragungen, die sich oft mehrere DIN-A4-Seiten füllen. Eine digitale Alternative bietet Peakon an: Das in Kopenhagen ansässige Start-up hat eine Cloud-Software entwickelt, mit der Unternehmen ihre Mitarbeiter gezielter befragen können.

Schon vor einem Jahr hatten die Dänen 18 Millionen bei Investoren eingeworben – nun ist die Series-B-Finanzierungsrunde noch einmal um 30 Millionen Euro aufgestockt worden, wie Peakon heute bekannt gab. Lead-Investor ist demnach von den Skype-Gründer Niklas Zennström initiierte Wagniskapitalfonds Atomico. Erneut beteiligt haben sich auch die Bestandsinvestoren, zu denen neben anderen Balderton Capital und EQT Venture Fonds zählen.

Das frische Kapital wollen die Gründer um CEO Phil Chambers nun nutzen, um das aktuell 180 Mitarbeiter große Team deutlich aufzustocken. So soll die Zahl der Mitarbeiter im Berliner Vertriebsbüro von derzeit 20 bis zum Jahresende verdoppelt werden. Eine Verdreifachung ist für die im vergangenen Sommer gegründete US-Niederlassung vorgesehen. Auch die Entwicklungsabteilungen in London und Kopenhagen sollen mehr Personal bekommen.

70 Unternehmenskunden in Deutschland

Eigenen Angaben zufolge hat Peakon seit der Gründung 2014 über 700 Unternehmen von seinem Umfragetool überzeugt. Unter den 70 deutschen Kunden sind der Handelskonzern Metro, der Essenslieferant Delivery Hero und der Lufthansa Innovation Hub. Große Wachstumschancen sieht Julian Tesche, bei Peakon verantwortlich für die Geschäftsentwicklung in Deutschland, Österreich und der Schweiz: „Das Mitarbeiter-Engagement rückt hierzulande in vielen Unternehmen mehr und mehr in den Fokus.“

Peakon wirbt damit, dass Unternehmen mit der Software des Start-ups zu detaillierteren Einsichten kommen. Statt eines jährlichen ellenlangen Fragekatalogs gibt es viele kurze Befragungen, die beispielsweise im Wochenrhythmus ausgespielt werden. Mitarbeiter können zudem anonym Kommentare hinterlassen, auf die Führungskräfte reagieren können.

Das Ziel, Mitarbeiterbefragungen zu digitalisieren, verfolgen auch mehrere deutsche Start-ups – darunter Honestly aus Köln. Das 2012 gegründete Unternehmen nennt neben anderen Google, Daimler und Continental als Referenzkunden. In Saarlouis ansässig ist CompanyMood. Das Start-up wirbt damit, bereits mehr als 1000 Unternehmen als Kunden für sich gewonnen zu haben.