Der US-Zahlungsdienstleister kauft alle Anteile und will die Lösung des Fintechs weltweit anbieten. Die Gründer sollen dabei an Bord bleiben.

Beim bargeldlosen Bezahlen in Handel und Gastronomie soll die Software des Fintech Payorks helfen. Jetzt hat der amerikanische Zahlungsdienstleister Visa das Start-up übernommen – und will die Lösungen mit einer eigenen Produktkategorie zu einem Angebot für das Omnichannel-Zahlungsmanagement verknüpfen. Nach eigenen Angaben sei die integrierte Technologie bereits großen Kunden in den USA und Europa im Einsatz.

Man habe bereits in den letzten beiden Jahren eng mit Payworks zusammengearbeitet, sagt Carleigh Jaques, die bei Visa für Digital Merchant Products zuständig ist. Ende 2017 hatte sich die Partnerschaft noch einmal vertieft: Der US-Konzern war in einer Finanzierungsrunde als Gesellschafter bei den Münchenern eingestiegen (das Handelsblatt berichtete).

Exit für Commerz-Ventures und Speedinvest

In der damaligen Runde waren 14,5 Millionen Dollar in Payworks geflossen. Neben Visa investierten auch der Investment-Arm der Commerzbank, eine Reihe von privaten Investoren und die früheren Gesellschafter Speedinvest und Finparx. Alle Anteile wechselten nun in den Besitz von Visa. Der Zusammenschluss sei nun „eine natürliche Weiterentwicklung unserer Partnerschaft“, sagt Jaques.Eine Summe dafür wurde nicht kommuniziert.

Nach eigenen Angaben arbeiten insgesamt 100 Mitarbeiter für Payworks. Das Fintech hat neben München auch noch Büros in New York, London und dem polnischen Posen. Die Gründer von Payworks, Christian Deger und David Bellem, bleiben nach Angaben von Visa an Bord und gehören nun zur Leitung der kombinierten Produktgruppe.

Wie es konkret mit den einzelnen Büros und der Belegschaft weitergeht, beantwortet Visa nicht. Auf Nachfrage heißt es: „Die Produkt- und Entwicklungsteams sind komplementär und werden fortan in einem Team arbeiten.“ Auch zukünftig sollen die Payworks-Produkte jedoch auch für andere Zahlungsdienstleister einsetzbar sein.