Das Start-up sammelt sieben Millionen Euro ein. Ihr Marktplatzmodell wollen die Berliner auch in andere Länder bringen. Die Camping-Szene wird immer digitaler.

Ein Airbnb für das Zuhause auf Rädern: Mit dieser Idee ist das Start-up PaulCamper seit 2013 unterwegs. Auf der Seite können Wohnmobil- oder Camper-Besitzer ihre Fahrzeuge vermieten. In vielen Städten stehen so Fahrzeuge für einen Urlaub oder ein Wochenende bereit. Meist mit liebevoller Beschreibung und Namensgebung („Sprinti“, „Silversurfer“, „Der Dicke“) der Vermieter. Über 5500 Fahrzeuge vermittelt das Start-up nach eigenen Angaben in Deutschland, Österreich und den Niederlanden – und lässt sich diesen Plattform-Service von den Vermietern mit 15 Prozent Provision vergüten.

Jetzt will PaulCamper das Geschäft auch in weiteren Ländern in Europa ausrollen. Dafür hat das Start-up nun eine Finanzierungsrunde über insgesamt sieben Millionen Euro abgeschlossen. Man wolle „das Ziel der Markterweiterung angehen, unser Produkt weiter emotionalisieren und unsere Position in unserem Heimatmarkt Deutschland festigen“, lässt sich Gründer Dirk Fehse in einer Pressemitteilung zitieren. Konkrete Länder für die Expansion nennt das Start-up noch nicht.

Marktplatzexperten kommen an Bord

Vor einem Jahr hatte PaulCamper bereits drei Millionen Euro Risikokapital erhalten. Die bestehenden Gesellschafter, Russmedia International und Mairdumont Ventures, haben sich an der aktuellen Runde erneut beteiligt. Angeführt wurde sie jedoch von einer Gruppe von Investoren wie FJ Labs oder All Iron Ventures, die sich auf digitale Marktplätze spezialisiert haben. Zuvorderst dabei ist der norwegische Risikokapitalgeber Adevinta.

Nach eigenen Angaben ist der Investor bereits an Marktplatz-Start-ups in 16 Ländern beteiligt. Die meisten davon konzentrieren sich auf die Immobilienbranche, den Stellenmarkt und den Verkauf von Autos. Jetzt kommt mit PaulCamper eine Beteiligung im Outdoor-Travel-Bereich dazu. Nach Aussage von Adevinta-Manager Jussi Lystimäki ein „sehr spannender und sehr schnell wachsender Markt.“ Zu den Konkurrenten von PaulCamper gehört etwa Campanda mit einer Mischung aus privaten und gewerblichen Vermietern.

Mit dem Investment kommt wieder etwas mehr Bewegung in den behäbigen Camping-Markt. Neben der direkte Vermittlung von Wohnmobilen wird auch der Markt der Stellplätze gerade stärker digitalisiert. Mit viel Schwung war da der Automobilclub ADAC im vergangenen Herbst gestartet. Die Ausgründung Pincamp lässt Reisende Plätze auf Campingplätzen reservieren. Konkurrent Camping.info war im vergangenen Jahr vom Digitalunternehmer Maximilian Möhrle renoviert worden.