Das Berliner Start-up gehört seit einiger Zeit zu einer mittelständischen Technologiegruppe – und macht die Übernahme jetzt öffentlich. Das Gründerteam arbeitet weiter mit.

Chatbots, Spracherkennung, E-Mail-Automatisierung: Mit diesem Paket an Lösungen will das Start-up Parlamind Unternehmen helfen, ihren Kundenservice effizienter zu gestalten. Die beiden Gründer Tanja Klüwer und Tobias Lehmann arbeiten weiter an der eingesetzten Künstlichen Intelligenz – jedoch unter einem anderen Eigentümer: Übernommen wurde das Start-up von der 4TechnologyGroup mit Sitz in Hannover, einem inhabergeführten Zusammenschluss verschiedener Tech-Unternehmen.

Ganz neu ist dieser Schritt eigentlich nicht: Schon im Juli des vergangenen Jahres wurde der Verkauf für einen nicht kommunizierten Betrag abgeschlossen. Jetzt erst ging das Start-up mit der Nachricht an die Öffentlichkeit. Passiert sei in der Zwischenzeit jedoch viel, heißt es auf Nachfage von WirtschaftsWoche Gründer: Zu den 13 Parlamind-Mitarbeitern in Berlin seien elf weitere Angestellte der Firmengruppe dazugestoßen, um intensiver an der Software arbeiten zu können. „Die Integration der Mannschaft und die Umsetzung der deutlich erweiterten Produkt-Roadmap stand seit dem Sommer im Mittelpunkt“, teilt Parlamind mit. „Für die Unternehmenskommunikation war deshalb in den ersten Monaten nach der Übernahme wenig Zeit.“

Impulse für die Automatisierung

Zum Eigentümer 4TechnologyGroup gehören laut Homepage aktuell drei Firmen: Neben Parlamind ist das Lindenbaum aus Karlsruhe, ein Anbieter von Videokonferenz-Systemen, sowie der Cloudanbieter 4Com, der sich auf Kommunikationslösungen für Unternehmen spezialisiert hat. Man habe mit dem Kauf von Parlamind „einen wichtigen Impulsgeber im Bereich der Automatisierung kontaktgetriebener Unternehmensprozesse“ gewonnen, lässt sich 4Technology-Inhaber Olav Strawe in einer Pressemitteilung zitieren.

Seinen Ursprung hat Parlamind in der Computerlinguistik der Universität Potsdam. Mit Unterstützung eines Exist-Stipendiums wurde das Start-up im Jahr 2015 gegründet. Starthilfe erhielt das Start-up zudem durch den GTEC Accelerator. Zu den Investoren gehörten einige Privatinvestoren sowie die Risikokapitalgeber Motu Ventures, Asgard Capital und Angelfund.vc. Durch eine Förderung des German Accelerators konnte sich das Unternehmen Anfang des vergangenen Jahres in den USA ausprobieren.

Als Automatisierungshelfer für den Kundenservice setzen einige deutsche Start-up auf Künstliche Intelligenz. iX2 mit seinen Lösungen für Callcenter schloss etwa vor wenigen Wochen eine Finanzierungsrunde ab. Speziell an Chatbots arbeiten junge Digitalunternehmen wie E-Bot7, Rasa oder Solvemate.