Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von Parkdepot, Moritz Bodenmüller, Yukio Iwamoto, Jakob Bodenmüller und Bastian Pieper, an. Ihr Start-up kontrolliert Parkflächen per Kamerasystem. Wie urteilt Investorin Nina Rinke?

Moritz, Bastian, Jakob, Yukio, ihr habt eine Minute im Fahrstuhl mit einem möglichen Geldgeber. Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir sind eine Art Airbnb für Parkplätze. Über unsere Plattform können Nutzer zu bestimmten Zeiten unbenutzte Parkplätze buchen, etwa an einem Supermarkt, Baumarkt oder an Restaurants. Wir bewirtschaften die Parkflächen ähnlich wie ein Parkhaus. Hierzu bringen wir eine Art Kamera an, die die Kennzeichen der Autos abgleicht. Parkt jemand unberechtigt oder zu lange, ermitteln wir automatisch den Halter, und er muss Strafe zahlen. Das System braucht keine Schranke, keine Kontrolleure, keine Sensoren.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Das war ein Forschungsprojekt an der TU München. Wir wollten eine digital gesteuerte Schranke entwickeln. Da stellten wir fest, dass wir die nicht brauchen, sondern nur Kameras. Bei Gesprächen mit Händlern haben wir erkannt, dass viele Parkflächen überhaupt nicht effizient genutzt werden.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Der Parkplatzbesitzer gibt uns einen Teil vom Umsatz aus der Vermietung ab. Und er mietet bei uns gegen eine monatliche Gebühr das Kamerasystem.

Wer sind eure größten Konkurrenten?
Das sind vor allem traditionelle Parkhaus- und Parkplatzbetreiber, die das mit Personal erledigen. Und dann sind da noch die Hersteller von Schranken, die wir überflüssig machen.

Wie sieht es mit der Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Unsere 50 Mitarbeiter kommen aus 13 Nationen. Und der Frauenanteil liegt bei immerhin knapp 40 Prozent.

Was war euer größter Rückschlag?
Das war zu Beginn der Coronakrise. Damals wollte kein Kunde was von Parkflächen hören. Da haben wir kurzerhand Plexiglasscheiben für den Einzelhandel zurechtgeschnitten und verkauft. Im April hat sich dann unser Geschäft wieder stabilisiert.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Wir machen dann Parkplätze in ganz Europa fit für den Umbruch durch das autonome Fahren. Selbstfahrende Autos etwa können schließlich keine Schranke öffnen.

Fakten zum Start-up

Kunden: Parkplatzbesitzer in mehr als 100 Städten
Finanzierung: Zum größten Teil über Umsätze, aber auch mit Investorengeld
Gründung: 2019 in München
Mitarbeiter: 50

Würde der Profi investieren?

Idee: 3/5
Geschäftsmodell: 2/5
Timing: 4/5

Urteil: „Parkdepot geht ein Problem heutiger Großstädte effizient an. Für uns wäre ihr Umsatzpotenzial in Europa und die Abgrenzung zu Konkurrenzlösungen entscheidend“
Nina Rinke gehörte zu den ersten Mitarbeitern des Datenauswerters Celonis und analysiert nun Investments für Earlybird

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