Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von Pakadoo, Michael Strohäcker und Markus Ziegler, an. Sie erstellen firmeninterne Paketshops. Wie urteilt Investorin Anja Rath?

Eine halbe Minute mit Investorin Anja Rath im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Mit uns können Unternehmen für ihre Mitarbeiter quasi einen firmeneigenen Paketshop einrichten. Wir stellen die Software und registrieren die Beschäftigten. Diese können dann weltweit in Onlineshops  privat etwas bestellen und dies in die Poststelle der Firma liefern lassen. Wir informieren den  Mitarbeiter automatisch per App, wenn das Paket eintrifft. Und er kann über unseren Service sogar  Pakete zurückschicken.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Markus war Manager eines Logistikunternehmens, Kris Van Lancker arbeitete für ihn. Als Kris mal wieder eine Nachricht daheim im Briefkasten hatte, dass er ein DHL-Paket zwischen 9 und 16 Uhr im Paketshop abholen kann, kamen beide auf die Idee, Pakadoo zu gründen. Inzwischen fragen uns sogar  Einkaufszentren und Park-&-Ride-Plätze, wie sie den Service einbinden können.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Die Unternehmen zahlen eine Servicegebühr. Zudem bekommen wir in vielen Fällen Geld vom Paketdienst – ähnlich wie ein Paketshop.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …Wir probieren neue Dinge schnell am Markt aus. Und je nachdem, was uns Kunden darüber verraten, entwickeln wir sie dann weiter.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Der Anteil ausländischer Mitarbeiter bei uns ist leider gering: weniger als zehn Prozent. Dafür haben wir eine Frauenquote von mehr als 50 Prozent.

Was war euer größter Rückschlag?
Wir müssen regelmäßig erleben, dass Unternehmen sich nicht vorstellen können, wie simpel unser Service für sie ist. Sie machen langwierige Projekte daraus, statt ihn einfach mal zu testen.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Wir wollen dann in Deutschland mehr Pakadoo-Stationen haben, als DHL Packstationen besitzt. Ab  2020 werden wir zudem zwei weitere Märkte in Europa erschließen.

Fakten zum Start-up

Kunden: Rund 300 Abholpunkte und mehr als 40.000 Nutzer
Finanzierung: Wagniskapital und strategischer Investor
Gründung: 2018 in Böblingen
Mitarbeiter: 19

Würde der Profi investieren?

Idee: 3/5
Geschäftsmodell: 3/5
Timing: 1/5

Urteil: „Die Entwicklungsperiode für alternative  Lösungen wie Paket- Briefkästen, Lockboxen und Kofferraumzustellung via App ist bereits angebrochen. Eine Marktdurchdringung wird deshalb wohl mit hohen Kosten verbunden sein.“
Anja Rath, Managing Partner bei Cooperativa Venture und ehemalige Geschäftsführerin von  Brandenburg Ventures, Investmentvehikel des MP3-Erfinders Karlheinz Brandenburg

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