Das Dresdener Start-up ist auf das Tracking von Flüssiggut-Containern spezialisiert. Unter den Investoren ist der Technologiegründerfonds Sachsen.

Manchen Hobby-Gärtner dienen sie als Regentonne, für den Transport von Flüssigkeiten sind sie in der Logistikbranche nicht mehr wegzudenken: Sogenannte Intermediate Bulk Container (IBC) fassen rund tausend Liter, dank der quadratischen Form sind sie stapelbar und mit Hubwagen transportierbar. Es sind diese aus Kunststoff oder Stahl gefertigten Behältnisse, um die nun Packwise ein neues Geschäft aufbaut. Denn das Dresdener Start-up entwickelt ein Tracking-Gerät in Form einer Verschlusskappe für die Ortung und die Überwachung des Füllstandes.

„Unsere Technologie schafft neue Transparenz, durch die logistische Prozesse optimiert werden können“, so Packwise-Geschäftsführerin Gesche Weger im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer. Sie hat das Start-up im November 2017 zusammen mit ihrem Mann Felix Weger, der vorher für einen IBC-Hersteller gearbeitet hat, sowie dem Informatiker René Bernhardt gegründet. Ein weiterer potenzieller Vorteil der Technik: „Hersteller von Flüssigkeiten eröffnen sich neue Vertriebsmöglichkeiten. Denkbar sind etwa automatische Nachlieferungen, wenn ein Behälter leer geht.“

Von dem Konzept hat das Trio nun institutionelle Geldgeber überzeugt – darunter den Technologiegründerfonds Sachsen. Der hatte sich zusammen mit einem Business Angels bereits im vergangenen Jahr mit Geld aus einem anderen Fonds am Start-up beteiligt. Neu an Bord sind nun zudem die Familiy Offices Hüttens hoch drei und Golzern Holding. Bei der aktuellen Finanzierungsrunde kam insgesamt eine Million Euro zusammen.

Strategische Neuausrichtung

Die neuen Investments erfolgen, nachdem Packwise seine strategische Ausrichtung deutlich geändert hat. Ursprünglich bot das Start-up einen Online-Marktplatz an, der Verkäufer gebrauchter IBCs und auf die Wiederaufbereitung spezialisierte Firmen zusammenbringen sollte. „Der Marktplatz nicht so gut angenommen worden, wie erhofft“, räumt Gesche Wegner ein. „Viele Kunden wollten online nichts einstellen und baten uns stattdessen per Mail um eine Vermittlung.“

Zwar ist die Plattform noch online. Das Start-up will sich nun aber vorerst darauf konzentrieren, die Tracking-Geräte bis Anfang 2020 auf den Markt zu bringen. Dazu soll auch das derzeit sechsköpfige Team aufgestockt werden. Geld verdienen will das Start-up an den Leasing-Raten für die Geräte, die auch einen Obulus für die Softwarenutzung einschließen. Das Marktpotenzial ist groß: Rund zehn Millionen der Flüssiggut-Container sind nach Angaben des Start-ups alleine in Deutschland im Einsatz. Hauptnutzer sind die Chemie- und die Lebensmittelbranche.

Mit seinem Fokus auf IBCs besetzt das Start-up eine Nische, die große Logistikunternehmen weitgehend links liegen lassen. Dagegen werden bei Seefrachtcontainern bereits zahlreiche Tracking-Geräte angeboten. Auf das zukunftsträchtige Geschäft mit Sensoren für die Logistikbranche setzt indes auch das im Umkreis von München angesiedelte Start-up Blackbox Solutions.