An Konzept und Technik von Oroboo wurde seit einem guten Jahr gebastelt, zeitweise waren sechs Programmierer am Werk. Der Videochat basiert auf dem relativ neuen technischen WebRTC-Standard für Echtzeitkommunikation, der als Open-Source-Software verfügbar ist. Im Test kurz vor dem offiziellen Start zeigt die Verbindung ein stabiles Bild, das mit Skype- oder Facetime-Gesprächen mithalten kann.

Zusätzlich haben die Macher einen Algorithmus erstellt, der Anfrage und die Kenntnisse der Dolmetscher miteinander abgleicht. Alle Dolmetscher, die ins Profil passen, werden benachrichtigt – der erste, der zuschlägt, wird mit dem Suchenden verbunden. „Das matchen zu können, eröffnet auch interessante andere Möglichkeiten“, sagt Mourlane.

Denkbar wäre etwa der kommerzielle Einsatz zur Vermittlung von Experten oder als Plattform innerhalb von Großkonzernen: Wenn Mitarbeiter A am Standort X ein spezielle Frage hat, kann Mitarbeiter B aus Y sofort gefunden und zugeschaltet werden. Im ersten Schritt jedoch soll sich die Plattform in der Dolmetsch-Praxis bewähren, betont Mourlane: „Übersetzen steht ganz klar im Vordergrund.“