Vorteile der Online-PR gibt es laut Expertin Hübner viele: „Neben der direkten Kommunikation bietet sie die Möglichkeit, viele verschiedene Formate und Kanäle zu nutzen.“ Dazu gehören neben den Webseite-Inhalten und Corporate Blogs auch Online-Pressemitteilungen sowie Whitepapers, Präsentationen und Videos.

Nikita Fahrenholz und sein Mitgründer Claude Ritter haben die Book-A-Tiger-Webseite innerhalb von zwei Tagen programmiert. „Wir hatten zwei Wochen vorher die GmbH gegründet und wie immer musste alles schnell gehen. Schön war die Seite nicht unbedingt“, sagt er und lacht. Das Wichtigste sei gewesen, dass es funktioniert. Bereits am ersten Tag Online-Sein nahm Fahrenholz die ersten Buchungen an.

Das war im April 2014. Mittlerweile rechnet der Gründer mit einem Umsatzziel für 2016 von mindestens 20 Millionen Euro. Dabei gehen die Buchungen der Reinigungskräfte zu 85 Prozent über die Webpage und zu 15 Prozent mobil ein.

Fahrenholz rät anderen Gründern, nicht nur eine Webseite zu gestalten sondern gleichzeitig auch ein Blog zu starten, auf dem Beiträge zu Start-up-spezifischen Themen erscheinen. Auf dem Blog wird also meistens über Tiger und Putzstrategien geschrieben. „Wichtig ist aber, dass es seriös aussieht und professionell gemacht wird“, sagt Fahrenholz. Deshalb steht ganz oben „Der offizielle Book A Tiger Blog“. Die vielen Katzenfotos sorgen für den EyeCat(!)cher.

Eine Mischung aus Webseite und anderen digitalen Medien

Viele PR-Profis sehen beim Onlinemarketing allerdings das Problem, dass Botschaften ungezielt im Internet gestreut werden. Das schlimmste Szenario: Die Unternehmen haben zwar Inhalte auf ihrer Seite, aber niemand liest sie. Sarah Hübner lässt das Argument nicht gelten. „Das stimmt nicht, denn nur das, was gesucht wird, kann auch gefunden werden. Die Interessen und Suchkriterien der Zielgruppen sind auch gleichzeitig der Filter für die Botschaften“, sagt die PR-Expertin.

Ein Beispiel für gute Online-PR ist die Arbeit des Düsseldorfer Start-ups Foodjobs. Das Jobportal für die Lebensmittelbranche hat seinen Traffic innerhalb von sechs Monaten von null auf 10.000 monatliche Besucher gesteigert – durch das Versenden von Pressemitteilungen. Damit hat das Start-up auch einen Wettbewerb für die beste Online-Pressemitteilung 2015 gewonnen. Geschäftsführerin Bianca Burmester hält Online-PR für ein geeignetes Instrument, besonders wenn man in einer Nische anfange.

„Die Webseite ist nicht per se wichtiger als andere Kommunikations-Kanäle der PR“, sagt Christina Jacob von Smart PR „Wir verstehen Online-PR als Disziplin, die verschiedene digitale Medien und Kanäle nutzt, die sich gegenseitig ergänzen und unterschiedliche Anforderungen erfüllen.“ Damit spielt Jacob auch auf die Nutzung von Social Media an.