In seinem Vortrag verweist er auch auf eine Studie der Investmentbank GP Bullhound. Diese prognostiziert, dass die Onlineplattform Delivery Hero schon bald zu den sogenannten Unicorns, also den Start-ups mit einer Bewertung von mehr als einer Milliarde Euro, zählen könnte – genau wie Rocket und zwei weitere (Ex-)Beteiligungen. Auch dass die Start-up-Schmiede inzwischen die Mehrheit an den Lieferdiensten Foodpanda und Hellofresh hält, verkauft der Rocket-Chef als Erfolg. Genauso schwärmt er von den Start-ups, die sich mit Fintech oder Möbeln beschäftigen.

Dass Rocket Internet mit seiner Onlinestrategie auf dem richtigen Weg ist, daran hat Samwer keine Zweifel. „Das Wachstum wird auch nach 20 Jahren Internet nicht abnehmen“, sagt der Geschäftsführer. „Das ist erst der Anfang.“ Besonders stark seien die Märkte, die sich Rocket ausgesucht habe, da diese „noch nicht so stark entwickelt sind“.

Viel mehr Wettbewerb in den USA und China

Fast nostalgisch berichtet Samwer von den Anfängen in neuen Märkten: Wie Rocket Internet erstmals mit Lamoda in Brasilien startete. Wie der Start-up-Inkubator den „großen Schritt“ nach Südostasien wagte. Wie Australien und der Mittlere Osten und schließlich auch Afrika hinzukamen. Und er erzählt auch, warum Rocket die Märkte China und die USA bewusst außen vor gelassen hat: „Am Ende ist dort viel mehr Wettbewerb“, so Samwer. „Vielleicht muss man auf einer Flugreise einmal mehr umsteigen, wenn man auf die Philippinen will“, sagt der Rocket-Chef. Doch dort sei auch das Risiko geringer.

Oliver Samwer verkauft seine Start-ups sogar als alternativlos. Viele aufstrebende Märkte „überspringen den physischen Einzelhandel“, meint Samwer. Er begründet die Beliebtheit von Onlineshopping in Ländern wie Afrika und Lateinamerika damit, dass es dort wenig Einzelhandelsinfrastruktur gebe. Daher würden die Bewohner eher auf Internetangebote zurückgreifen – „weil sie keine Alternative haben“, sagt der Rocket-Chef. Die soll ihnen Rocket bieten.