Ein junges Unternehmen wachse aber nicht allein durch Geld und Schnelligkeit, sagte Samwer. Man müsse auch ein wenig Glück haben und ein wenig mutiger agieren als die Konkurrenz. Zu Beginn mache ein junges Unternehmen einfach hohe Verluste, so Samwer. Dass der Rocket-Chef dies als normal erachtet, verwundert kaum, kamen doch allein die „Proven Winners“ von Rocket Internet im Jahr 2014 auf einen Verlust von 660 Millionen Euro.

Auch ein Samwer will nicht immer Verluste schreiben

Doch Samwer äußerte sich ungewohnt offen auch dazu, ab wann ein Start-up profitabel werden muss: „Wir glauben nicht an Unternehmen, die nach zehn Jahren immer noch Verluste schreiben.“ Nach ein paar Jahren müsse sich die Neugründung selbst tragen, sagte er.

Ein Fan der großen Bühne wird der charmante Herr Samwer aber wohl auch künftig nicht werden. Als ein Mann aus dem Publikum die fünfte Frage stellt – es sollten eigentlich nur drei sein –, beantwortete sie der mittlere Samwer-Sprößling nur kurz und beendete seinen Auftritt selbst, indem er sich abrupt von der Veranstaltung verabschiedete. Noch während er die Treppen der Bühne hinunter stieg, zerrte er sich das Mikrofon von seinem hellblauen Hemd.