Das Berliner Start-up mischt Nahrungsergänzungsmittel individuell an. Der neue Gesellschafter will bei der Technik helfen – Künstliche Intelligenz gehört auch zu den Zutaten.

Wie oft gibt es Milchprodukte in der Woche, wie oft isst der Nutzer Fisch, wie oft Fleisch? In vier Minuten will das frisch gestartete Nucaria in einem Online-Fragebogen mehr vom Nutzer erfahren. Das eigentliche Produkt: Ein individuell zusammengestellter Mix an Nahrungsergänzungsmitteln, der dann in einer Box für 30 Tage nach Hause geliefert wird. Das Berliner Start-up hat für diese Idee jetzt einen Partner gewonnen: Der Dortmunder IT-Dienstleister Adesso beteiligt sich in nicht genannter Höhe an Nucaria.

Die Mischung mutet auf den ersten Blick ungewöhnlich an: Auf der einen Seite ein selbst ernanntes Healthtech, welches auf den boomenden Markt der Nahrungsergänzungsmittel setzt. Auf der anderen Seite ein IT-Unternehmen mit über 3100 Mitarbeitern, dessen Kerngeschäft die Softwareentwicklung für große Mittelständler und Konzerne ist.

Immerhin: Im vergangenen Sommer hat Adesso gemeinsam mit einem Arzt das IT-Start-up MediOne gegründet, das eine Kommunikationslösung für Mediziner entwickeln will. Das Kerngeschäft von Nucaria sei jedoch tatsächlich „etwas weiter weg von den Kernbranchen von Adesso ist“, heißt es auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer.

KI soll das Mischen schlauer machen

Die Dortmunder sehen dennoch ihre strategische Rolle bei Nucaria: Im zweiten Schritt gehe es bei dem Start-up um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Die soll bei der Kombination und Auswertung der aktuell 250 Datenpunkte zum Einsatz kommen. „Die KI soll bei der Optimierung der persönlichen Bedürfnisse und der Produktion der individuellen Lebensmittelergänzungen unterstützen“. Zudem soll die technische Basis für den Vertrieb von Adesso aufgesetzt werden.

Die Nucaria-Gründer, die Brüder Peer und Soeren Soetebeer, setzen genau darauf. Man freue sich über einen strategischen Technikpartner, der zudem mit Management-Know-how helfen könne, heißt es in einer Pressemitteilung. Mit zehn Mitarbeitern tüftelt das Start-up aktuell an neuen Produktmischungen und Vertriebskanälen.

Zustande kam der Kontakt über inQventures, den Inkubator von Adesso. Mindestens vier Start-ups sollen hier pro Jahr gefördert werden, im Fokus stehen vor allem frisch gegründete Unternehmen – auch noch vor einer ersten Anschubfinanzierung. Der IT-Dienstleister hatte sich zuletzt auch an anderen Start-ups beteiligt: So wird etwa die Amateurfußball-Plattform Soccerwatch.tv von den Dortmundern unterstützt. Im vergangenen Jahr übernahm Adesso zudem die Mehrheit an Com2m, einer Plattform für die vernetzte Industrie.