Das Bundesland stellt reichlich Geld für die Schnittstelle von Wissenschaft und Wirtschaft bereit. Sechs Unis setzen sich durch – allesamt mit ambitionierten Plänen.

Aachen, Bochum, Dortmund, Köln, Münster und Paderborn: An diesen Hochschulen sollen in den kommenden Jahren deutlich mehr für die Förderung von Start-ups passieren. Die sechs Unis setzten sich gestern mit Projektskizzen für zusätzliche Professuren, Gründungsberatungen oder speziellen Inkubatoren in einer Ausschreibung des Landes NRW durch.

Die ausgewählten Hochschulen dürfen ihre Projektanträge dank der nun ausgesprochen Förderempfehlung jetzt konkretisieren. Insgesamt hat das Land NRW für die kommenden fünf Jahre bis zu 150 Millionen Euro für die Initiativen geblockt.

Welche Uni welche exakte Summe erhält, hängt dabei vom beantragten Finanzbedarf ab – in etwa soll sich das Volumen der jeweiligen Start-up-Center im Land jedoch gleichen.  „Die ausgewählten Universitäten können ihre Gründungsinitiativen nun deutlich ausweiten und zu Zentren der regionalen Start-up-Ökosysteme heranwachsen“, sagte Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart.

Die Gründerszene des Bundeslandes nimmt die umfangreiche Initiative mit Wohlwollen zur Kenntnis. „Mit der Förderung setzt NRW ein weiteres Zeichen und unterstützt Technologie- und Deeptech-Gründungen in erheblichem Maße“, sagt Torsten Jensen, Landessprecher NRW des Bundesverband Deutsche Startups. Die NRW-Sektion des Verbands hatte sich mit großem Engagement im vergangenen Jahr unter dem Titel „NRWalley” neu formiert.

Viele Bewerbungen um die finanzielle Förderung

Über die Gewinner entschied eine Jury, die überwiegend aus Hochschulprofessoren von Universitäten außerhalb NRWs bestand. Mit dabei war auch Thomas Bachem, der in Berlin aktuell die Code University aufbaut. Daneben waren Vertreterinnen der Industrie- und Handelskammern sowie des Stifterverbands an der Auswahl beteiligt.

Auf der Longlist standen insgesamt zwölf Universitäten – damit hatten sich die meisten der großen Hochschulen aus dem Bundesland beteiligt. Nur die Hälfte der Hochschulen konnte dann an dem Abend auch tatsächlich jubeln.

Die anderen Unis gehen erst einmal leer aus – Verbandsvertreter Jensen hofft jedoch darauf, dass deren Pläne nicht in der Schublade verschwinden: „Wir wünschen uns von den Universitäten, die keine Förderung bekommen haben, dass sie trotzdem ihre Konzepte umsetzen. Hier wird sich zeigen, wer es wirklich ernst gemeint hat.“ Die Jury empfahl ebenfalls, auch einzelne Projekte der unterlegenen Bewerber zu fördern.

Mit den 150 Millionen Euro reserviert NRW eine stolze Summe für die Schnittstelle von Wissenschaft und Wirtschaft. Auch andere Bundesländer arbeiten jedoch eifrig daran, das Klima für Start-ups deutlich zu verbessern. In Baden-Württemberg öffnen etwa nach und nach geförderte Acceleratoren – im Dezember startete etwa ein auf die Energiewirtschaft spezialisiertes Programm in Karlsruhe. Hessen hatte im vergangenen Jahr angekündigt, mit Millionen-Förderungen insbesondere die Region um Frankfurt herum fit für eine Fintech-Zukunft zu machen.

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