Insgesamt sammelt die auf das Internet der Dinge spezialisierte Start-up-Schmiede von Relayr-Mitgründer Harald Zapp zwölf Millionen Euro ein.

Neue Geschäftsmodelle finden, die mit dem „Internet of Things“ (IoT) oder der Blockchain zu tun haben: Dem hat sich die 2016 initiierte Start-up-Schmiede Next Big Thing (NBT) verschrieben. Bisher sechs Gründungen sind aus dem Unternehmen hervorgegangen, darunter das Pflege-Start-up AssistMe und die Sensorenplattform Sensry. Nun erweitert sich der finanzielle Spielraum für den Company Builder deutlich – zwölf Millionen Euro kamen in einer aktuellen Series-A-Finanzierungsrunde zusammen.

Lead-Investor ist Hannover Digital Invest, der Wagniskapitalarm des Industrieversicherers HDI, der wiederum zum Versicherungskonzern Talanx gehört. „Datengetriebene Modelle werden im Industrieversicherungssegment zunehmend wichtiger. Diesen Markt wollen wir aktiv mitgestalten“, lässt sich HDI-Global-Vorstand Thomas Kuhnt in einer Pressemitteilung zitieren. Der Versicherer werde nicht nur Geld investieren, sondern auch aktiv an der Entwicklung neuer Start-ups mitwirken.

Wie Kuhnt in einem Interview mit dem Handelsblatt ausführt, will sein Unternehmen künftig nicht nur Policen verkaufen, sondern Services entwickeln, mit denen Kunden Schäden vorbeugen können: „Und wir hoffen, mit Next Big Thing dabei einen Fuß in der Tür zu haben.“ So kann HDI das Know-how des Company Builders auch nutzen, um eigene Innovationen voranzutreiben – NBT versteht sich explizit auch als Dienstleister für Konzerne.

Auch Finlab beteiligt sich

Zweiter großer Neu-Investor bei der Start-up-Schmiede, die aktuell 61 Mitarbeiter beschäftigt, ist der Finlab EOS VC Fund. Hinter diesem Wagniskapitalfonds steht neben Block.one, Entwickler der Blockchain-Software EOS.IO, auch Finlab – ein Company Builder mit Sitz in Frankfurt, der sich auf Finanztechnologie spezialisiert hat.

Mitgründer von NBT ist Harald Zapp, der ab 2013 Relayr aufgebaut hatte. Das IoT-Start-up, das Unternehmen bei der Auswertung von Maschinendaten hilft, wurde im September 2018 von der Munich Re übernommen. Die Motive des Rückversicherers klangen ganz ähnlich wie nun die von HDI: Die Übernahme solle dabei helfen, neue Lösungen und Finanzdienstleistungen für seine Kunden entwickeln.