Mit Big-Data-Analysen und Cloud-Lösungen für die Logistik will das Schweizer Start-up international angreifen – dabei helfen soll auch ein Standort in Deutschland.

Container auf dem Schiff und Fracht auf Schienen nimmt Nexiot ins Visier. Um die Prozesse entlang der Lieferkette zu überwachen und zu steuern, helfen Sensoren und eine Cloud-Plattform zur Auswertung großer Datenmengen („Big Data“). Um seine Technologie weiterzuentwickeln, erhält das Start-up Nexiot mit Sitz in Zürich umgerechnet rund 13,2 Millionen Euro (15 Millionen Franken) von Investoren, wie aus einer aktuellen Presseinformation hervorgeht.

Mit seiner Lösung für die Optimierung von Lieferketten richtet sich das 2015 gegründete Spin-off der ETH Zürich an Logistiker sowie Spezialisten für die Sicherung von Ladung. Auf Interesse stößt die junge Firma bei Großunternehmen aus der Finanzbranche: So gehören zu den Geldgebern von Nexiot die Schweizer Großbank Credit Suisse sowie die Schweizer Mobiliar Versicherungsgesellschaft. Mit der aktuellen Series-B-Finanzierung sichert sich das Start-up bereits zum dritten Mal frisches Kapital.

Expansion auch von Hamburg aus

Alle Zeichen stehen auf Wachstum: Nexiot will nun neue Mitarbeiter einstellen und in ausländische Märkte expandieren. Im vergangenen Jahr hat das Start-up bereits ein Büro in Hamburg eröffnet. Auch in der US-Stadt Dallas ist die junge Firma inzwischen vertreten, weitere Länder stehen auf dem Plan, heißt es in einer Presseinformation. Konkrete Angaben zu den Zielmärkten macht Nexiot bislang nicht.

In der Logistik-Branche konnten in den vergangenen Monaten einige Start-ups bei Investoren überzeugen: Pamyra aus Leipzig bekam im November einen Millionenbetrag für seine Vermittlungsplattform. Über das Portal können Verbraucher und Unternehmen Speditionen für den spontanten Transport finden. Der Schweizer Versicherer Helvetia steckte im vergangenen Sommer Geld in Alarmplane.de. Das in Geestland bei Bremerhaven ansässige Start-up hat ein nachrüstbares Alarmsystem für Lkws entwickelt.

Als attraktiv bewertet die Branche auch das Handelsunternehmen Otto. Der Konzern hat mit On Demand Commerce (kurz ODC) vor wenigen Monaten eine eigene Logistikplattform ausgegründet. Um den etablierten Konzernen die Stirn bieten zu können, suchen viele Start-ups aus der Branche händeringend nach Personal, wie eine Auswertung der Jobplattform Joblift im vergangenen Sommer gezeigt hat.