Seit Jahren gehen die Gründungsquoten insgesamt zurück – im Osten wie im Westen. Als Grund führt Zeuner vor allem die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt an. Dass im Osten weniger Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit wagen, hat vor allem etwas mit der unterdurchschnittlichen Kaufkraft und der fehlenden Nachfrage zu tun. Prinzipiell seien Gründungen im Osten häufiger aus der Not heraus geboren. „Und nicht, um aus dem Job heraus eine Chance wahrzunehmen.“

Es hakt am fehlenden Kapital

Karsten Schaal, der selbst 2011 den Online-Supermarkt Food.de in Leipzig aus der Taufe hob, weiß, dass es gerade bei ostdeutschen Gründern am Kapital hakt. „Am schwierigsten ist es in der mittleren Phase, bis große Risikokapitalgeber einsteigen. Da ist das große Dilemma in Ostdeutschland.“ Nur wenige könnten auf ein Vermögen aus dem Elternhaus zurückgreifen. Schaal will künftig 75 Städte beliefern, bisher sind es 30. Dafür braucht er einen Investor. „Und zwischen 1,5 und fünf Millionen Euro.“

Auch „UniNow“ will expandieren, schielt auf den europäischen Markt. Nächstes Jahr wollen die Jungunternehmer schwarze Zahlen schreiben. Wie sie mit „UniNow“ Geld verdienen? „Wir haben eine Stellenbörse integriert. Unternehmen können dort Angebote einstellen – gegen Sponsoring“, sagt der gebürtige Göttinger Steenweg. Die Plattform sei für Firmen für die Suche neuer Kräfte interessant. „Wir haben inzwischen rund 100 000 sehr aktive Nutzer.“ Die Herausforderung? „Der App-Markt ist sehr umkämpft, wir müssen dauernd updaten.“