Mit einer Kapitalsammelstelle aus staatlichen und privaten Geldern wollen Bundesfinanz- und Bundeswirtschaftsministerium Gründer zukünftig unterstützen.

Dass es um die Zufriedenheit unter deutschen Gründern nicht zum Besten bestellt ist, haben in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von Umfragen gezeigt: Neben bürokratischen Hürden, beispielsweise bei der Einstellung von neuem Personal aus dem Ausland und der fehlenden Verfügbarkeit von Gewerberäumen, tauchte auch immer wieder das leidige Thema Finanzierung auf. Manche Start-ups litten dermaßen unter der Suche nach Geldgebern, dass sie gar drohten Deutschland zu verlassen, um andernorts ihr Glück zu versuchen. 

Nun scheint die Bundesregierung das Ausmaß des Problems erkannt zu haben und will dem bedenklichen Kapitalengpass entgegensteuern: Wie das Handelsblatt berichtet, ist eine neue milliardenschwere Sammelstelle aus staatlichen und privaten Geldern geplant, eine Art Zukunftsfonds. Bereits seit Monaten arbeiteten Bundesfinanz- und Bundeswirtschaftsministerium an dem Konzept, das „weit vorangeschritten“ sei, wie ein ranghoher Regierungsvertreter der Zeitung sagte. Beispielsweise habe die EU-Kommission bereits die Vereinbarkeit mit EU-Recht geprüft.

Und so soll das neue Modell funktionieren: Staat und Privatinvestoren stecken Geld in einen sogenannten ´Dachfonds´, zu dessen Start ein Volumen in Höhe von rund einer Milliarde Euro angedacht ist. Dieser Fonds wiederum investiert in verschiedene Venture-Capital-Fonds, die dann direkt Start-ups finanzieren. Mit dieser Konstruktion will man die Risiken möglichst breit streuen und minimieren.

An Bord kommen sollen institutionelle Anleger wie Versicherungskonzerne, Versorgungswerke, Pensionskassen, Stiftungen und private Vermögensverwaltungen, denen sich so in Zeiten von Niedrigzinsen neue Anlagemöglichkeiten eröffnen. Um das Investment möglichst attraktiv zu machen, verspricht der Staat bei Ausfällen – etwa bei der Insolvenz eines Start-ups – zuerst für die Verluste aufzukommen. Als Ausgleich für dieses Risiko erhält er eine höhere Rendite aus dem Fonds als Privatanleger.