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Franziska Hardenberg von Bloomy Days (Foto: Pressebild)

Aus ihrer Liebe zu Blumen gründete Franziska von Hardenberg 2012 Bloomy Days. Dahinter versteckt sich ein Blumen-Abonnement, das für den Kunden zusammengestellt und deutschlandweit direkt verschickt wird. Im Interview erklärt sie, warum Frau nicht mehr als „Randgruppe“ betrachtet werden sollten.

Was heißt es, als Frau zu gründen?
Eigentlich nichts anderes als als Mann zu gründen. Ich habe es nie als Nachteil empfunden, eine Frau zu sein. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir aufhören müssen, Frauen als „Randgruppe“ zu betrachten, die es zu unterstützen gilt. Erst wenn wir diese Barrieren abbauen, werden wir es schaffen, dass es zur Normalität wird, auch als Frau zu gründen. Ich bin mir sicher, dass es in zehn Jahren völlig normal sein wird, dass viele Unternehmen von Frauen geführt oder auch gegründet werden. Immerhin sind wir doch auch 50 Prozent der Bevölkerung und was für ein Verlust wäre es, wenn wir den eigenständigen Weg der Frauen nicht weiter fördern. Meiner Ansicht nach mangelt es aktuell noch an Vorbildern, aber auch daran arbeiten wir. Je mehr Frauen erfolgreich sind, desto mehr werden auch den Mut haben nachzueifern.

Was raten Sie jungen Frauen, die Angst vor dem Gründen haben?
Lasst es sein. Das klingt hart, aber wenn man noch nicht bereit ist, ist es der falsche Zeitpunkt. Ich hatte nie Angst vor dem Gründen, habe aber recht lange gewartet, bis ich mich reif dazu gefühlt habe. Das ist eine sehr typisch weibliche Einstellung, ich denke, dass sie gut ist. Ich wollte erst relevante Arbeitserfahrung sammeln und dann mit diesem Wissen gründen. Meiner Ansicht nach teilt sich die Menschheit in drei Drittel. Ein Drittel ist zum Gründen geboren und kann gar nicht anders, ein Drittel kann lernen zu gründen und wird auch damit erfolgreich sein und ein Drittel empfindet weder das Bestreben nach einer Gründung noch wollen sie die Verantwortung eines eigenen Unternehmens übernehmen. Man muss also sehr genau abwägen, in welchem Drittel man sich selbst einordnet und wenn einen die Angst dominiert, sollte man besser nicht anfangen, da so viele Herausforderungen auf einen zukommen, dass man sehr gut mit Angst und Druck umgehen können muss, um den Aufbau eines Unternehmens auch durchzuhalten. Angst schüttet auch Adrenalin aus, deswegen gehört sie dazu und schärft die Sinne. Aber sie darf einen nie bestimmen.

Wo wollen Sie mit Ihrem Unternehmen hin?
Mein Wunsch ist es ein nachhaltiges Unternehmen aufzubauen, mit zufriedenen Kunden und glücklichen Mitarbeitern. Wir sagen immer, dass wir kein Start-up sein, sondern ein Unternehmen werden wollen. Dafür arbeiten wir jeden Tag mit der größten Motivation und Leidenschaft. Wir sind der festen Überzeugung, dass es irgendwann selbstverständlich sein wird, Blumen zu abonnieren und das in ganz Europa. Noch vor vier Jahren gab es diese Idee auf der ganzen Welt nicht, bis ich Bloomy Days gegründet habe. Heute gibt es viele Nachahmer, die auch beweisen, dass der Zeitpunkt genau richtig war und der Markt riesig groß. Auch wenn wir das Rad an sich nicht neu erfunden haben, bin ich stolz, dass wir einen Teil dazu beigetragen haben, die Welt ein Stückchen zu verändern und damit sind wir noch lange nicht fertig.