Denn klar dürfte sein: London wird den Status als Europas FinTech-Hauptstadt kaum halten können. Und das Abwarten auf neue Handelsabkommen zwischen Großbritannien und der EU ist sicherlich keine Alternative.

Die Frage lautet nun also: Wer wird in Sachen FinTech vom Brexit profitieren? Frankfurt könnte das Rennen machen, weil der Finanz-Standort durch den Brexit zusätzlich gestärkt wird – einige rechnen bis mit zu 10.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen. FinTechs dürften die Nähe zum Finanzplatz Frankfurt zu schätzen wissen. Es spricht aber auch einiges für Berlin, wo sich schon jetzt auch zahlreiche FinTech-Start-ups aufhalten. Zudem behauptet sich Berlin sowieso schon als Deutschlands Start-up-Hauptstadt – mit vergleichsweise günstigen Mieten und dem internationalen Charakter ist das ein klarer Standortvorteil.

Welche Stadt wird die neue FinTech-Hauptstadt?

Einige FinTech-Experten bringen aber noch zwei andere Städte bzw. Staaten ins Spiel. Jochen Siegert zum Beispiel sprach bei Twitter von einem Rennen zwischen Frankfurt, Berlin und Luxemburg, das alleine aus steuerlichen Gründen ein attraktives Pflaster sein könnte. Aber auch Irland könnte hier eine Rolle spielen, vermuten andere. Oder wird es vielleicht doch Amsterdam, das in der Tech-Szene immer mehr Aufmerksamkeit bekommt?

Klar: Bisher sind das Spekulationen. Man darf aber davon ausgehen, dass Deutschland – ob Frankfurt oder Berlin – gewiss ein Stück vom FinTech-Kuchen aus London abbekommen wird. Das würde Deutschland natürlich umso besser gelingen, je attraktiver sich die Regulierungsbedingungen hierzulande entwickeln.